· Aktualisiert: 28. Juli 2026 · PKS Redaktion · Förderung · 9 min read
LEGO SPIKE Prime & Essential: Robotik für Kinder ab 6 Jahren (Mindstorms-Nachfolger 2026)
LEGO Mindstorms EV3 ist weg. Jetzt kommt SPIKE Prime und SPIKE Essential – die neuen Robotik-Bausätze für Schulen und Zuhause. Mit Programmierung, Sensoren und Wettkampf-Features. Der komplette Ratgeber.

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LEGO Mindstorms ist Geschichte, SPIKE ist der Nachfolger
Wer sich an LEGO Mindstorms erinnert, die Robotik-Bausätze, die in fast jeder gut ausgestatteten Schule standen, sollte wissen: 2022 wurde die Reihe eingestellt.
An ihre Stelle sind SPIKE Prime und SPIKE Essential getreten, keine bloße Umbenennung, sondern zwei neu gedachte Systeme für Schule und Zuhause, mit überarbeiteter Programmierung, verlässlicheren Sensoren und einer Lernkurve, die von sechs Jahren bis zur FIRST LEGO League trägt.
Zeigt ein Kind Interesse an Robotik, lohnt sich vorher der Blick auf drei Fragen: Worin unterscheiden sich die beiden Systeme, welches passt zu welchem Alter, und was kostet der Einstieg tatsächlich?
LEGO Education SPIKE Essential Set (45345)
ab 6 Jahren- ✓Sanfter Einstieg ab 6 Jahren, Schulqualität
- ✓Hub mit 4 Eingängen/2 Ausgängen, 2 große Motoren, 4 Sensoren
- ✓Icon-basierte Programmierung, später Word Blocks
- ✓Ca. 400 LEGO-Teile, upgradefähig zu SPIKE Prime
Preis geprüft: 2026-07
LEGO Education SPIKE Prime Set (45678)
ab 10 Jahren- ✓Hub mit 6 Eingängen/4 Ausgängen, 5 Sensoren inkl. Absolute Positioning
- ✓Icon Blocks, Word Blocks und echtes Python
- ✓FIRST LEGO League kompatibel
- ✓Ca. 550 LEGO-Teile, Mindstorms-Nachfolger für Schulen
Preis geprüft: 2026-07
LEGO Education SPIKE Prime Expansion Set
ab 10 Jahren- ✓Ca. 300 weitere LEGO-Teile für SPIKE Prime
- ✓Ermöglicht mehrere Projekte parallel zu bauen
- ✓Sinnvoll für Schulen und Gruppen
- ✓Ergänzung, kein eigenständiges Set
Preis geprüft: 2026-07
LEGO Education SPIKE Prime Competition Ready Set
ab 10 Jahren- ✓Speziell für FIRST LEGO League Teams
- ✓Extra Teile für Wettkampf-Modelle, Proven-Practice aus echten Wettbewerben
- ✓Ergänzung zu SPIKE Prime, kein eigenständiges Set
- ✓Sinnvoll bei ernsthaftem Wettkampf-Engagement
Preis geprüft: 2026-07
LEGO SPIKE Prime – Lernprojekte für Schule und Zuhause
ab 10 Jahren- ✓8–10 vollständige Bau- und Programmierprojekte
- ✓Schritt-für-Schritt-Anleitungen statt freiem Improvisieren
- ✓Für Eltern und Lehrer, die strukturierte Projekte suchen
- ✓Ergänzung zu SPIKE Prime Hardware
Preis geprüft: 2026-07
Wie SPIKE entstanden ist
LEGO Education hat SPIKE als Ersatz für Mindstorms entwickelt, allerdings nicht als bloßen Nachbau. Ziel war ein einfacherer Einstieg, mehr Robustheit für den Schulalltag und eine Programmierung, die pädagogisch trägt statt nur technisch zu beeindrucken.
Herausgekommen sind zwei Linien statt einer. SPIKE Essential richtet sich an die Jüngeren ab sechs Jahren, mit Grundfunktionen, einfachen Sensoren und ikonenbasierter Programmierung. SPIKE Prime ist für die Älteren ab zehn gedacht, mit komplexeren Projekten, Python-Unterstützung und Wettkampf-Kompatibilität.
Beide Linien teilen sich dieselbe Hub-Elektronik sowie dieselben Motoren und Sensoren. Ein Kind, das mit Essential anfängt, kann später auf Prime umsteigen, ohne dass die bisherige Ausrüstung nutzlos wird.
SPIKE Essential, der sanfte Einstieg ab 6 Jahren
Essential passt zu Kindern in der Vorschule und frühen Grundschule, zu Schulen, die gerade erst mit Robotik anfangen, und zu Eltern, die noch nicht sicher wissen, ob das Interesse trägt.
Enthalten sind ein Hub mit vier Ein- und zwei Ausgängen als zentrale Elektronik, zwei große Motoren, vier Sensoren (Distanz, Farbe, Kraft, Gyroskop), rund 400 LEGO-Teile und der Zugang zur SPIKE-App.
Programmiert wird zunächst über Icon-Blöcke, bei denen jede Funktion ein Symbol ist und keine Worte nötig sind. Sobald das Kind bereit ist, kommen Word Blocks dazu, blockbasierte Programmierung mit echten Wörtern, ähnlich wie bei Scratch, nur direkt für SPIKE gebaut.
Günstig ist das Set nicht, dafür Schulqualität: robust, langlebig, mit echtem Support. Die Lernkurve ist bewusst flach gehalten, damit Grundschulkinder nicht überfordert werden.
SPIKE Prime, der Standard für Schulen und FLL ab 10 Jahren
Prime ist für Schulen mit etabliertem Robotik-Unterricht gedacht, für Kinder, die mit robotischen Systemen schon erste Erfolge hatten, und für Teams der FIRST LEGO League.
Der Hub bringt sechs Ein- und vier Ausgänge mit, dazu zwei große Motoren und einen mittleren, fünf Sensoren (die vier von Essential plus einen Positionssensor), rund 550 LEGO-Teile sowie Zugang zur SPIKE-App und direkt zu Python.
Programmiert wird über denselben Weg wie bei Essential, von Icon-Blöcken über Word Blocks bis zu Python, nur dass Python hier ernst gemeint ist. Es lassen sich vollständige Programme schreiben, und damit lernt ein Kind echte Softwarekonzepte statt nur einen Spielzeugroboter zu steuern.
Preislich liegt Prime ähnlich wie Essential. Der Unterschied steckt in der Hardware, nicht im Preis. Entscheidend ist ein Punkt: Nur Prime ist mit der FIRST LEGO League kompatibel. Ist ein Kind in einem FLL-Team oder plant, in eines einzusteigen, führt an diesem Set kein Weg vorbei.
SPIKE Prime im Überblick
Vorteile
- Python-Programmierung – echte Softwarekonzepte statt nur Blöcke
- FIRST LEGO League kompatibel für Wettkampf-Teams
- 5 Sensoren inkl. Absolute Positioning Sensor
- Schulqualität mit 5–10 Jahren Einsatzdauer
Nachteile
- Eine der teureren Einstiegsoptionen
- Für unter 10-Jährige oft noch zu komplex – dann lieber Essential
- Nur mit LEGOs eigener SPIKE-App nutzbar, keine Scratch/mBlock-Kompatibilität
Der große Vergleich: Essential vs. Prime
| Feature | SPIKE Essential | SPIKE Prime |
|---|---|---|
| Ab Alter | 6 Jahren | 10 Jahren |
| Motoren | 2 große | 2 große + 1 Medium |
| Hub-Eingänge | 4 | 6 |
| Hub-Ausgänge | 2 | 4 |
| Sensoren (Anzahl) | 4 | 5 |
| Programmierung | Icons, Word Blocks | Icons, Word Blocks, Python |
| FIRST LEGO League | Nein | Ja |
| Robustheit | Schulqualität | Schulqualität |
| Kompatibilität | Zu Prime partiell | Zu Essential partiell |
Die Tabelle zeigt vor allem eins: Prime kostet kaum mehr, bringt aber deutlich mehr Umfang. Soll ein Kind für Robotik begeistert werden, reicht Essential völlig aus. Erst wenn ein FLL-Team ins Spiel kommt, führt kein Weg an Prime vorbei.
| Produkt | Alter | Bewertung | Preis | |
|---|---|---|---|---|
LEGO Education SPIKE Essential Set (45345) | ab 6 J. | – | – | Ansehen → |
LEGO Education SPIKE Prime Set (45678) | ab 10 J. | – | – | Ansehen → |
Von Symbolen zu echtem Python
Der eigentliche Clou am SPIKE-System liegt in der Programmierung, weil sie in drei sauber aufeinander aufbauenden Stufen läuft.
Am Anfang stehen Icon-Blöcke: ein Symbol für den Roboter, eines für die Bewegung, eines für den Sensor. Das Kind versteht sofort, dass es dem Roboter etwas sagt und der Roboter es ausführt. Kindisch wirkt das nicht, sondern pädagogisch durchdacht.
Danach kommen Word Blocks, Blöcke mit echten Wörtern wie if Distanzsensor > 20cm then vorwärts. Das ist Python schon sehr ähnlich, nur eben grafisch. Der Übergang vom Visuellen zum Textbasierten passiert dadurch ohne Bruch.
Auf der letzten Stufe, nur in Prime und nur für ältere Kinder, steht echtes Python:
robot = Robot()
while True:
if robot.distance_sensor() < 10:
robot.stop()
robot.beep()
else:
robot.move_forward()Das ist keine Spielzeug-Simulation mehr, sondern eine übertragbare Programmierfähigkeit.
Warum die Sensoren den Unterschied machen
Oft übersehen, aber entscheidend: Gute Sensoren sind das, was einen Roboter erst zum Roboter macht.
SPIKE Prime bringt einen Distanzsensor mit, der in Zentimetern misst, wie weit ein Objekt entfernt ist, und einen Farbsensor, der Linien folgen kann, der Klassiker unter den Robotik-Aufgaben. Dazu kommt ein Kraftsensor, der misst, wie viel Kraft ein Motor gerade aufbringt, und ein Gyrosensor, der Drehungen erfasst. Nur Prime hat zusätzlich einen Positionssensor, der dem Motor exakte Drehwinkel vorgeben kann, etwa „dreh dich um genau 180 Grad”.
Das sind keine Marketing-Features, sondern Sensoren, die im Alltag zuverlässig funktionieren.
Ist das kompatibel mit Scratch oder mBlock?
Kurz gesagt nicht, wenn auch nur knapp. SPIKE läuft ausschließlich über die SPIKE-App, nicht über Scratch, nicht über mBlock. Das ist eine bewusste Entscheidung von LEGO Education, weil die eigene App besser dokumentiert ist, Fehler klarer meldet und enger mit der Hardware zusammenspielt.
Immerhin sehen Icon- und Word-Blocks Scratch und mBlock sehr ähnlich, sodass der spätere Umstieg auf echtes Scratch keinen großen Sprung bedeutet. Eine direkte Konvertierung zwischen den Systemen gibt es aber nicht, wer mit SPIKE arbeitet, bleibt in der SPIKE-App.
Was sich zusätzlich lohnt
LEGO Education denkt in Systemen, entsprechend gibt es passende Erweiterungen. Das Prime Expansion Set bringt rund 300 weitere Teile und lohnt sich, wenn mehrere Projekte parallel entstehen sollen. Das Competition Ready Set richtet sich gezielt an FLL-Teams und liefert die Spezialteile für Wettkampfmodelle.
Beim Lernmaterial gibt LEGO viele Projekte kostenlos in der App frei. Wer lieber mit einem strukturierten Buch arbeitet statt freiem Bauen, findet in „LEGO SPIKE Prime – Lernprojekte für Schule und Zuhause” eine gute Ergänzung.
Die fünf Produkte im Einzelnen
LEGO Education SPIKE Essential Set (45345)
Zum Essential-Satz. Für erste Schritte in der Robotik ab sechs Jahren ist er die richtige Wahl, mit ikonenbasierter Programmierung und Projekten, bei denen Erfolgserlebnisse eingebaut sind.
LEGO Education SPIKE Prime Set (45678)
SPIKE Prime kann alles, was Essential kann, dazu Python und die Kompatibilität zur FIRST LEGO League.
LEGO Education SPIKE Prime Expansion Set
Für Schulen und Gruppen, die mehrere Projekte gleichzeitig bauen wollen, verdoppelt das Expansion Set die Bauteil-Palette.
LEGO Education SPIKE Prime Competition Ready Set
Das Competition Ready Set liefert die Spezialteile, die FLL-Teams für ihre Wettkampfaufgaben brauchen.
„LEGO SPIKE Prime, Lernprojekte für Schule und Zuhause”
Für alle, die lieber nach Anleitung arbeiten statt zu improvisieren, bietet das Buch acht bis zehn vollständige Bau- und Programmierprojekte mit Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Häufig gestellte Fragen
Funktionieren SPIKE Essential und Prime Teile zusammen?
Motoren und Sensoren sind kompatibel, ein Prime-Motor passt also in den Essential-Hub. Der Essential-Hub kann die volle Power von Prime aber nicht ausschöpfen, und der Prime-Hub bietet mehr Anschlüsse. Kombinieren lässt sich beides, sinnvoll ist das aber nur, wenn wirklich Teile gespart werden sollen. Meistens ist es besser, sich für ein System zu entscheiden und es auszubauen.
Kann ich mit SPIKE auch Mathe oder Physik lernen?
Ja. Ein Roboter, der einer Linie folgt, arbeitet mit Geometrie. Einer, der Kraft misst, mit Physik. Und ein Programm, das auf „wenn Sensor größer X, dann Y” reagiert, trainiert logisches Denken. SPIKE ist damit für alle MINT-Fächer relevant, nicht nur fürs Programmieren.
Braucht man einen Computer, um SPIKE zu programmieren?
Für Icon- und Word-Blocks reicht ein Tablet, die App verbindet sich drahtlos per Bluetooth mit dem Hub. Für Python braucht es einen echten Computer, egal ob Windows, Mac oder Chromebook.
Wie lange hält so ein Set?
LEGO Education baut für Schulen, die ein Set fünf bis zehn Jahre im Einsatz haben. Hub und Motoren sind entsprechend robust, nur Räder und kleinere Kunststoffteile nutzen sich ab, lassen sich aber günstig ersetzen. Das ist eine langfristige Investition, kein Einwegspielzeug.
Ist SPIKE teuer im Vergleich zu anderen Robotik-Systemen?
Zum Vergleich: VEX Robotics ist deutlich teurer und richtet sich eher an ältere, geübtere Kinder. Gebrauchte Mindstorms EV3 sind günstiger, allerdings veraltet und ohne Support. Einsteigersets wie mBot liegen klar darunter, taugen für den Einstieg, aber nicht für Schulqualität. Damit bewegt sich SPIKE im Premium-Segment, ohne das teuerste System zu sein, bei ausgezeichnetem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Welches Set für welches Kind
Essential passt, wenn ein Kind unter zehn ist oder ganz neu anfängt: sanfter Einstieg, dieselbe Grundphilosophie, mit der Option, später auf Prime umzusteigen. Prime passt, wenn das Kind zehn oder älter ist oder die Schule ein FLL-Team hat, denn dann geht es um Robotik auf echtem Niveau, nicht mehr um ein Spielzeug.
Der Preis ist hoch, dafür bekommt man Schulqualität und fünf bis zehn Jahre Lernpotenzial statt Plastik, das nach einem Jahr im Schrank landet.
Wer noch unsicher ist, sollte klein anfangen: ein kurzes Video von SPIKE Prime ansehen, um zu sehen, worum es geht, in der Schule nachfragen, ob dort schon mit SPIKE gearbeitet wird, und bei echtem Interesse mit Essential starten. Zeigt sich, dass es hängen bleibt, lässt sich später immer noch auf Prime aufstocken.
