· PKS Redaktion · Kaufberatung · 16 min read

Hörspielbox Kinder: Toniebox, tigerbox & Co. im Vergleich

Toniebox 2, tigerbox TOUCH PLUS, hörbert und die Alternativen: Welches System zu welchem Alter passt, was danach noch dazukommt und worauf ihr beim Gehörschutz achten solltet.

Hörspielbox Kinder: Toniebox, tigerbox & Co. im Vergleich

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Die Frage kommt fast immer im selben Moment: Das Kind will abends noch eine Geschichte, aber niemand hat mehr Stimme. Ein Tablet soll es nicht sein. Also eine Hörspielbox — nur welche?

Die Entscheidung wirkt klein und ist es nicht. Wer eine Box kauft, kauft ein System mit, und das begleitet die Familie oft fünf Jahre oder länger. Figuren, Karten, Abos, Dateien: Jeder Anbieter löst dasselbe Problem anders, und die Unterschiede zeigen sich erst nach ein paar Monaten.

Dieser Vergleich ordnet die gängigen Systeme nach Alter, Aufwand und Kostenlogik. Stand der Recherche: August 2026.

Für diesen Vergleich haben wir Herstellerangaben, veröffentlichte Fachprüfungen und Erfahrungsberichte von Eltern ausgewertet. Wir haben die Geräte nicht selbst unter Laborbedingungen geprüft.

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1
Unsere Empfehlung

Toniebox 2

ab 1 Jahren
  • Vom Hersteller ab 1 Jahr freigegeben, Vorgänger erst ab 3
  • Bedienung über Hörfiguren, kein Display und kein Abo
  • Nach dem ersten Laden offline nutzbar, WLAN nur zur Einrichtung
  • Bis zu 10 Stunden Akku, 10 Minuten Laden reichen für 45 Minuten Spielzeit
  • Nachtlicht und Sonnenaufgangswecker im Sleep-Timer

Preis geprüft: 2026-08

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2

tigerbox TOUCH PLUS

5–12 Jahre
  • Herstellerempfehlung 5 bis 12 Jahre, nicht für Kleinkinder gedacht
  • Über 30.000 Inhalte im tigertones-Abo, dazu einzeln kaufbare tigercards
  • Zwei Kopfhöreranschlüsse, dadurch für Geschwister im Auto praktisch
  • 3,9-Zoll-Touchdisplay und automatische Lautstärkebegrenzung
  • Keine Herstellergarantie, es gilt die gesetzliche Gewährleistung

Preis geprüft: 2026-08

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3

hörbert 3.0

ab 2 Jahren
  • Eigene MP3s auf SD-Karte, dadurch keinerlei Folgekosten
  • Holzgehäuse, Fertigung in Deutschland
  • Auf Reparierbarkeit ausgelegt, Ersatzteile sind erhältlich
  • Mitgelieferte Karte fasst rund 50 Stunden, erweiterbar bis 512 GB
  • Läuft vollständig offline, WLAN ist nur optional

Preis geprüft: 2026-08

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4

Yoto Player (3. Generation)

3–12 Jahre
  • Bedienung über Karten, eine bespielbare Karte liegt bei
  • Bis zu 16 Stunden Akku, die längste Laufzeit im Vergleich
  • 32 GB Speicher für über 600 Stunden Audio offline
  • Deutschsprachiges Angebot ist deutlich kleiner als bei Toniebox und tigerbox

Preis geprüft: 2026-08

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5

GALAKTO Starter-Set

ab 3 Jahren
  • Günstigster Einstieg unter den Hörboxen
  • Arbeitet ohne Internet, App oder Bildschirm
  • Bis zu 20 Stunden Akku, damit gut für lange Fahrten
  • Zwei Klinkenbuchsen für zwei Kinder gleichzeitig
  • Inhalte laufen über Token statt über Figuren

Preis geprüft: 2026-08

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6

wobie box

ab 3 Jahren
  • Spielt Spotify-Playlists über sieben Farbtasten ab
  • Setzt ein Spotify-Konto voraus, eigene Dateien gehen nicht
  • Smartphone wird nur zur Einrichtung gebraucht
  • Deutscher Anbieter

Preis geprüft: 2026-08

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Nicht die Box entscheidet, sondern das Inhalte-System

Das ist der Punkt, an dem die meisten Kaufberatungen zu früh aufhören. Die Geräte ähneln sich stärker, als die Werbung nahelegt. Alle spielen Audio ab. Alle sind sturzfreundlich gebaut. Alle haben einen Akku. Der Unterschied liegt darin, wie Inhalte auf die Box kommen — und daran hängt alles Weitere.

Drei Prinzipien haben sich durchgesetzt.

Einzelkauf über Figuren oder Karten. Toniebox, Yoto und GALAKTO funktionieren so. Man kauft ein greifbares Ding, stellt es auf die Box, und die Geschichte gehört einem. Kleine Kinder verstehen das sofort, weil sie es anfassen können. Verwandte verstehen es auch — eine Figur ist ein Mitbringsel, das jeder kaufen kann.

Streaming über ein Abo. Das ist das tigerbox-Prinzip. Statt einzelner Titel gibt es Zugriff auf eine große Bibliothek, solange das Abo läuft. Für Kinder, die ständig Neues wollen, ist das ideal. Wenn das Abo endet, ist die Bibliothek weg.

Eigene Dateien. hörbert geht diesen Weg, der Kreativ-Tonie und die wildcard sind Teillösungen davon. Ihr spielt auf, was ihr habt: gekaufte Hörbücher, aufgenommene Gutenachtgeschichten, Musik. Danach kostet nichts mehr. Dafür macht ihr die Arbeit.

Wir halten diese Dreiteilung für die eigentliche Kaufentscheidung.

Wer sie einmal für sich beantwortet hat, kommt beim Gerät fast automatisch heraus.


Die Toniebox 2 und was sich geändert hat

Die Toniebox ist im deutschsprachigen Raum der Standard, und seit der zweiten Generation hat sich mehr getan als eine Modellpflege.

Der wichtigste Punkt für junge Familien: Die Toniebox 2 ist vom Hersteller ab einem Jahr freigegeben, der Vorgänger erst ab drei. Was diese Freigabe wert ist und ab wann ein Kind wirklich etwas davon hat, klären wir ausführlich in Toniebox ab welchem Alter?. Das verschiebt den sinnvollen Einstiegszeitpunkt um zwei ganze Jahre nach vorn — genau in die Phase, in der Kinder noch nichts selbst bedienen können, aber Wiederholung lieben.

Dazu kommen USB-C statt des alten Anschlusses, 32 GB Speicher und ein Akku, der laut Hersteller bis zu zehn Stunden hält. Praktischer als jede dieser Zahlen ist ein anderes Detail: Zehn Minuten Laden reichen für rund 45 Minuten Spielzeit. Wer schon mal fünf Minuten vor der Autofahrt gemerkt hat, dass die Box leer ist, weiß, warum das zählt.

Der LED-Ring dient inzwischen auch als Nachtlicht, und der Sleep-Timer kann als Sonnenaufgangswecker arbeiten. Für Kinder, die noch nicht auf die Uhr schauen können, ist das ein ruhigeres Signal als ein Klingeln.

Wo es hakt

Ehrlich muss die andere Seite auch dastehen.

Einrichten geht nur mit WLAN, und beim allerersten Abspielen einer Figur lädt die Box den Inhalt aus der Cloud. Erst danach läuft alles offline. Das ist kein großes Problem. Es ist aber der Grund, warum eine frisch geschenkte Figur im Ferienhaus ohne Netz eben nicht läuft.

Beim Kopfhöreranschluss ist die Lage unübersichtlich: Zur Markteinführung wurde eine fehlende Klinkenbuchse kritisiert, später war von Bluetooth-Unterstützung über Drittanbieter und von einem geplanten Update die Rede. Prüf den aktuellen Stand vor dem Kauf beim Hersteller, wenn ihr Kopfhörer braucht. Wir nennen hier bewusst keinen Stand, der morgen falsch ist.

Und: Tonieplay-Spiele sind ein eigenes Produkt mit eigenem Preis, deutlich über dem einer normalen Hörfigur. Das ist beim Vergleichen leicht zu übersehen.

Wenn ihr schon eine Toniebox 1 habt

Kein Grund zur Eile, wirklich nicht. Der Hersteller führt die Toniebox 1 zwar als nicht mehr erhältlich, aber eure Figuren bleiben nutzbar — Tonies laufen auf beiden Generationen. Für die alte Box gibt es außerdem weiterhin einen Reparaturservice in Deutschland und Österreich, inklusive Versand in beide Richtungen.

Ein Wechsel lohnt sich aus unserer Sicht in genau zwei Fällen: wenn ein Kind unter drei Jahren dazukommt, oder wenn Nachtlicht und Wecker im Kinderzimmer tatsächlich gebraucht werden. Sonst spielt die alte Box ruhig weiter, bis sie nicht mehr mag.


tigerbox: viel Auswahl, dafür ein Abo

Die tigerbox TOUCH PLUS zielt auf eine andere Altersgruppe, und das steht auch so beim Hersteller: empfohlen von 5 bis 12 Jahren. Für ein zweijähriges Kind ist sie halt einfach das falsche Gerät.

Ihr Prinzip ist geteilt. Es gibt tigercards zum Einzelkauf, die nach dem ersten Abspielen offline funktionieren. Und es gibt tigertones, das Streaming-Abo — der Hersteller nennt es heute so, viele Eltern sagen weiterhin tigerticket. Damit stehen über 30.000 Inhalte bereit, solange gezahlt wird.

Was die Box im Alltag stark macht, sind zwei unscheinbare Dinge: das Touchdisplay, mit dem ein Grundschulkind selbst navigiert statt zu fragen, und zwei Kopfhöreranschlüsse. Wer zwei Kinder auf der Rückbank hat, versteht den zweiten Punkt sofort.

Die Kehrseite ist die Bindung. Ohne Abo schrumpft die Box auf das zusammen, was ihr an Karten gekauft habt. Und tigermedia gewährt keine Herstellergarantie — es gilt die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren, mehr nicht. Bei einem Gerät, das täglich vom Bett fällt, ist das eine Information, die man vorher haben will.

Für Vorschul- und Grundschulkinder, die viel und schnell hören, halten wir die tigerbox trotzdem für die stärkere Wahl. Nur eben nicht für die erste Box im Leben eines Kindes.


hörbert: einmal viel, danach nichts

hörbert ist die Gegenposition zu allem, was oben steht. Ein Holzkasten, gefertigt in Deutschland, bedient über große Tasten, Inhalte liegen auf einer SD-Karte. Kein Konto, keine Cloud, kein Abo. Die mitgelieferte Karte fasst rund 50 Stunden, erweitern lässt sich das bis 512 GB.

Zwei Eigenschaften stechen heraus. Erstens lässt sich das Gerät reparieren, und es gibt Ersatzteile — bei einem Kinderprodukt ist das die Ausnahme, nicht die Regel. Zweitens gibt es danach wirklich keine Folgekosten, weil ihr eure eigenen Dateien aufspielt.

Der Preis dafür ist Arbeit. Jemand muss Hörbücher besorgen, sortieren, auf die Karte ziehen. Wer das als lästig empfindet, wird mit hörbert halt nicht glücklich. Wer ohnehin eine Hörbuch-Sammlung hat oder gern Gutenachtgeschichten selbst aufnimmt, bekommt ein Gerät, das ein Kinderleben lang hält.

Nebenbei: Genau dieses Gerät schnitt in der Prüfung von Stiftung Warentest am besten ab, dazu gleich mehr.


Die kleineren Alternativen

Vier weitere Systeme lohnen einen Blick, je nachdem, wie eure Familie tickt.

Yoto Player. Karten statt Figuren, bis zu 16 Stunden Akku — die längste Laufzeit im Feld — und eine bespielbare Karte liegt bei. Passt zu euch, wenn ihr zweisprachig lebt oder Englisch fördern wollt. Prüft vor dem Kauf, ob eure Wunschtitel auf Deutsch verfügbar sind: Das deutschsprachige Angebot ist deutlich kleiner als bei Toniebox und tigerbox.

GALAKTO. Der günstigste Einstieg, mit Token statt Figuren. Läuft ohne Internet, ohne App, ohne Bildschirm, und der Akku hält bis zu 20 Stunden. Zwei Klinkenbuchsen sind eingebaut. Passt zu euch als Reise- oder Zweitgerät — oder wenn ihr erst einmal ausprobieren wollt, ob euer Kind mit Hörspielen überhaupt etwas anfangen kann.

wobie box. Sieben Farbtasten, dahinter liegen Spotify-Playlists. Kein Bildschirm, das Smartphone braucht ihr nur zur Einrichtung. Passt zu euch, wenn ihr Spotify ohnehin nutzt. Eigene Dateien gehen nicht, ohne Spotify-Konto geht nichts.

Lunii. Ein Gerät, mit dem Kinder Geschichten selbst zusammenstellen, statt sie nur abzuspielen. Interessantes Konzept — wir haben allerdings zu wenig belastbare Daten zur deutschen Verfügbarkeit gefunden, um es hier einzuordnen. Wir nennen es trotzdem und lassen es bewusst unbewertet.


Was eine Hörspielbox über die Jahre wirklich kostet

Das ist die Frage, die Eltern am häufigsten unterschätzen — und sie lässt sich beantworten, ohne einen einzigen Betrag zu nennen. Denn nicht die Höhe der Kosten unterscheidet die Systeme, sondern wovon sie abhängen.

Beim Einzelkauf wachsen die Kosten mit der Nutzung. Jede neue Geschichte ist ein neuer Kauf. Bleibt das Kind bei zehn Lieblingsfiguren, die es hundertmal hört, ist das über Jahre sehr günstig. Will es alle vier Wochen etwas Neues, summiert es sich still.

Beim Abo wachsen die Kosten mit der Zeit. Ob euer Kind viel oder wenig hört, ändert nichts daran, was monatlich abgebucht wird. Das lohnt sich für Vielhörer und wird teuer, sobald das Interesse nachlässt und niemand kündigt.

Bei den abofreien Systemen liegen die Kosten vorn. Ihr zahlt einmal mehr und danach nichts, dafür investiert ihr Zeit.

Daraus folgt eine brauchbare Faustregel: Hört euer Kind wenige Geschichten immer wieder, ist Einzelkauf günstiger. Will es ständig Neues, ist das Abo günstiger. Schaut ruhig ein paar Wochen zu, wie euer Kind Hörbücher aus der Bibliothek nutzt — das sagt mehr voraus als jede Rechnung.

Drei Fallen tauchen dabei immer wieder auf:

  • Das Abo läuft weiter, das Interesse nicht. Tragt euch in sechs Monaten einen Termin ein und schaut ehrlich hin, wie oft die Box dann noch läuft.
  • Figuren als Mitbringsel. Sie wirken einzeln klein und sind in Summe der größte Posten. Das ist kein Argument dagegen — nur eines dafür, es zu wissen.
  • Zusatzinhalte mit eigenem Preis. Nicht alles, was auf einer Box läuft, kostet dasselbe wie eine normale Hörfigur.

Wer dieselbe Frage grundsätzlicher stellt, findet sie in unserem Vergleich Abo oder Einmalkauf — was sich für Familien wirklich rechnet. Und weil sich bei Medien-Abos für Kinder dieselbe Logik wiederholt: Wir haben Amazon Kids+ im Vergleich nach genau diesen Kriterien eingeordnet.


Lautstärke: der Punkt, den fast alle übersehen

Hörspielboxen stehen im Kinderzimmer. Sie laufen täglich, und meist dreht das Kind selbst am Regler. Lautstärke ist damit keine Nebensache.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit ordnet es so ein: Wirken 80 bis 85 dB(A) länger ein, kann das Gehör dauerhaft Schaden nehmen. Ab regelmäßig über 75 dB sollten Eltern gegensteuern. Geräte mit automatischer Lautstärkebegrenzung sind deshalb die vernünftigere Wahl — die tigerbox MINI etwa begrenzt auf maximal 85 dB.

Ein Detail, das viel schiefgehen lässt: Eine Lautstärkebegrenzung am Lautsprecher gilt nicht automatisch für angeschlossene Kopfhörer. Wer Kopfhörer dazukauft, braucht dort eine eigene Begrenzung.

Wie ernst das Thema ist, zeigte Stiftung Warentest in Ausgabe 11/2019: Von 13 geprüften Musikspielern für Kinder waren die meisten zu laut. hörbert war das einzige Gerät mit der Gesamtnote „gut”; insgesamt galten drei der 13 Player als empfehlenswert. Wichtig zur Einordnung: Diese Prüfung stammt von 2019 und umfasst weder die Toniebox 2 noch hörbert 3.0. Sie sagt etwas über das Thema aus, nicht über die heutigen Geräte.


Konto, Cloud und was passiert, wenn ein Anbieter aufhört

Toniebox und tigerbox brauchen ein Herstellerkonto, und ihre Inhalte liegen auf Servern des Anbieters. Bei der Toniebox wird zusätzlich kritisiert, dass die Registrierung mit E-Mail-Adresse verpflichtend ist und Nutzungsdaten übertragen werden.

Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Kaufkriterium. Wenn ein Anbieter den Betrieb einstellt, sind gekaufte Inhalte in einem cloudgebundenen System im Zweifel nicht mehr nutzbar. Bei dateibasierten Systemen wie hörbert stellt sich die Frage nicht — die Dateien liegen auf eurer Karte.

Für die Toniebox existieren inzwischen Community-Lösungen, mit denen sich eigene Inhalte datenschutzfreundlicher einspielen lassen. Wir verweisen darauf nur als Möglichkeit; das ist Bastelarbeit und nichts, was wir Eltern pauschal empfehlen würden.


Unterwegs, im Auto, im Urlaub

Hier trennt sich, was zu Hause gleich aussah.

Für die Toniebox gilt: Alles, was einmal geladen wurde, läuft offline — Wiedergabe, Pause, Kapitelwechsel, Lautstärke. Was nicht offline geht, ist das erstmalige Laden neuer Figuren, das Aktualisieren von Kreativ-Tonies und Firmware-Updates. Erfahrungsberichte von Eltern decken sich hier mit den Herstellerangaben.

Vor jeder Reise lohnen sich deshalb vier Handgriffe:

  • Jede neue Figur einmal zu Hause abspielen, nicht erst im Auto
  • Bei der tigerbox die gewünschten Inhalte vorab herunterladen
  • Powerbank einpacken, wenn keine Steckdose in Reichweite ist
  • Kopfhörer vorher ausprobieren, nicht auf der Autobahn

hörbert und GALAKTO brauchen diese Vorbereitung nicht, weil sie ohnehin ohne Netz arbeiten. Für lange Fahrten ist das ein echter Vorteil — bei GALAKTO kommen bis zu 20 Stunden Akku dazu.


Haltbarkeit und was danach kommt

Hörspielboxen fallen herunter. Täglich. Alle hier genannten Geräte sind darauf ausgelegt, aber sie unterscheiden sich darin, was passiert, wenn doch etwas kaputtgeht.

Der Akku ist bei allen ein Verschleißteil und hält nicht ewig. hörbert ist als einziges System ausdrücklich zum Reparieren gebaut und liefert Ersatzteile nach. tonies betreibt einen Reparaturservice für die Toniebox 1. Bei tigermedia gilt allein die gesetzliche Gewährleistung.

Und ein Punkt, der selten auftaucht: Gebrauchte Tonie-Figuren und Boxen wechseln rege den Besitzer. Was ihr kauft, ist damit nicht komplett verloren, wenn das Kind herauswächst. Wir nennen bewusst keine Zahlen dazu — verlässlich beziffern lässt sich das nicht.


Welche Box zu welchem Kind passt

Ein- bis Zweijährige. Toniebox 2. Sie ist als einzige der hier verglichenen Boxen ab einem Jahr freigegeben, und Figuren sind das Einzige, was ein Kind in diesem Alter wirklich allein bedient. Ein Display kann ein Einjähriger nicht bedienen, eine Figur schon.

Drei- bis Fünfjährige. Weiterhin Toniebox, oder GALAKTO als günstigerer Einstieg. In diesem Alter zählt Wiederholen mehr als Auswählen — Kinder hören dieselbe Geschichte dutzendfach, und genau dafür ist Einzelkauf gemacht. Passende Geschenkideen für diese Jahre findet ihr in unseren Ratgebern zu Spielzeug für Dreijährige und Spielzeug für Vierjährige.

Sechs- bis Zehnjährige. tigerbox TOUCH PLUS. Ab hier navigieren Kinder selbst, wollen Nachschub und hören schneller durch, als Einzelkauf mithalten kann. Das Display, das für Kleinkinder überflüssig war, wird jetzt zum Vorteil.

Familien, die kein Abo wollen. hörbert, wenn ihr die Einrichtungsarbeit nicht scheut. Toniebox, wenn ihr sie scheut.

Großeltern, die verschenken. Toniebox. Nicht wegen der Technik, sondern weil das System zum Schenken passt: Eine Figur ist ein kleines, greifbares Geschenk, das man immer wieder nachlegen kann — zu Weihnachten, zum Geburtstag, einfach so. Wer Ideen in dieser Richtung sucht, wird auch bei unseren Weihnachtsgeschenken für Kinder fündig.


Was Hörspiele leisten — und was nicht

Zuhören ist eine Fähigkeit, die geübt werden will, und Hörspiele üben sie. Kinder folgen einer Handlung ohne Bild. Sie bauen sich die Szene selbst. Sie halten aus, dass es spannend wird. Das ist mehr, als es aussieht, und es ist etwas anderes als Bildschirmzeit.

Für viele Familien liegt der eigentliche Wert woanders: Eine Hörspielbox gibt Kindern ein Stück Selbstbestimmung. Sie können sie allein bedienen, ohne fragen zu müssen — beim Einschlafen, beim Aufwachen, wenn Eltern gerade nicht können.

Zwei Einschränkungen gehören dazu, und wir sagen sie deutlich.

Dauerbeschallung ist kein Ziel. Eine Box, die von morgens bis abends läuft, füllt jede Lücke, in der sonst Langeweile entstünde. Langeweile ist aber nicht der Feind. Aus ihr entsteht ja ein guter Teil des freien Spiels.

Hörspiel ersetzt kein Vorlesen. Beim Vorlesen sitzt jemand daneben, das Kind fragt nach, man hält an. Diese Wechselseitigkeit kann kein Gerät nachbauen. Eine Hörspielbox ist eine Ergänzung für die Momente, in denen niemand vorlesen kann — nicht der Ersatz für die, in denen jemand könnte.

Wer die Frage bei anderen Gerätearten weiterverfolgen will: Bei KI-Spielzeug stellt sich eine ähnliche Frage, und in unserem Überblick zu Lernspielzeug für Kinder ordnen wir ein, was Geräte in diesem Bereich leisten können.


Häufige Fragen zu Hörspielboxen

Was ist besser: Toniebox oder tigerbox? Das hängt vom Alter ab, nicht von der Technik. Die Toniebox 2 ist vom Hersteller ab einem Jahr freigegeben, läuft über Figuren und braucht kein Abo. Für die tigerbox TOUCH PLUS empfiehlt tigermedia 5 bis 12 Jahre; sie hat ein Touchdisplay und über 30.000 Inhalte im Abo. Faustregel: Kleinkind zur Toniebox, Vielhörer im Grundschulalter zur tigerbox.

Funktioniert die Toniebox ohne WLAN? Ja, für bereits geladene Inhalte. WLAN braucht die Toniebox 2 laut Hersteller für die Einrichtung und beim allerersten Abspielen einer Figur. Danach laufen Wiedergabe, Pause, Kapitelwechsel und Lautstärke offline. Nicht offline gehen das erstmalige Laden neuer Tonies, das Aktualisieren von Kreativ-Tonies und Firmware-Updates. Vor einer Reise also jede Figur einmal zu Hause antesten.

Welche Hörspielbox kommt ohne Abo aus? Toniebox, hörbert und GALAKTO brauchen kein Abo. Beim Yoto Player kauft man Karten einzeln, ein Club-Angebot ist optional. Die tigerbox spielt einzelne tigercards auch ohne Abo ab, ihr eigentliches Argument ist aber die Streaming-Bibliothek — ohne Abo bleibt davon nichts übrig.

Wie laut darf eine Hörspielbox für Kinder sein? Laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit können 80 bis 85 dB(A) bei längerer Einwirkung bleibende Hörschäden verursachen; ab regelmäßig über 75 dB sollten Eltern gegensteuern. Sinnvoll sind Geräte mit automatischer Lautstärkebegrenzung. Wichtig: Eine Begrenzung am Lautsprecher gilt nicht automatisch für angeschlossene Kopfhörer.

Lohnt sich eine Toniebox noch, und was ist mit der Toniebox 1? Die Toniebox 1 führt der Hersteller als nicht mehr erhältlich, aktuell ist die Toniebox 2. Vorhandene Tonie-Figuren bleiben nutzbar, ein Neukauf ist also nicht nötig. Für die Toniebox 1 gibt es weiterhin einen Reparaturservice in Deutschland und Österreich. Ein Wechsel lohnt vor allem bei Kindern unter drei Jahren oder wenn USB-C, Nachtlicht und Wecker gewünscht sind.


Kurz und ehrlich

Drei Empfehlungen, mehr braucht es nicht.

Für Kleinkinder die Toniebox 2 — sie ist als einzige ab einem Jahr freigegeben, und Figuren sind die einzige Bedienung, die in diesem Alter wirklich trägt.

Für Grundschulkinder, die viel hören, die tigerbox TOUCH PLUS. Display und große Bibliothek spielen genau dann ihre Stärke aus, wenn Kinder selbst navigieren wollen.

Für Familien ohne Lust auf laufende Kosten hörbert, sofern ihr die Einrichtungsarbeit übernehmen wollt.

So weit die kurze Antwort.

Und der Satz, den wir für den wichtigsten halten: Achtet weniger auf die Box als darauf, wie euer Kind hört. Wenige Geschichten immer wieder, oder ständig Neues? Wer da ein paar Wochen genau hinschaut, weiß über die künftigen Kosten mehr als jedes Datenblatt verrät.

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