· Aktualisiert: 25. Sept. 2026 · PKS Redaktion · Nachhaltiges Spielzeug · 15 Min. Lesezeit
Grapat, Grimms oder Ostheimer: welches Holzspielzeug passt?
Grapat, Grimms oder Ostheimer? Die drei sind keine Alternativen, sondern drei Spielformen. Kaufberatung nach Kind, Alter und Spielverhalten.
Die Angaben auf den 8 Produktkarten wurden zwischen dem 23. und 25. Sept. 2026 gegen die Herstellerseiten geprüft. So prüfen wir
Kurz gesagt
Die drei sind keine Alternativen, sondern drei Spielformen: Wer gern sortiert, ordnet und zählt, spielt mit Grapat, wer baut, stapelt und Statik testet, mit Grimms, und wer erzählt und Dingen Namen gibt, mit Ostheimer. Am günstigsten fängt man klein an, denn ein kleines Set pro Marke zeigt schon, welche Spielform beim eigenen Kind zieht.

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Wer sich für hochwertiges Holzspielzeug interessiert, landet fast zwangsläufig bei einer dieser drei Marken. Die Frage „Grimms vs. Grapat” stellen sich viele Eltern, und meistens ist sie falsch gestellt. Denn Grapat, Grimms und Ostheimer sind keine Alternativen zueinander, sondern drei unterschiedliche Spielformen mit demselben Anspruch an Material und Verarbeitung. Wer sie gegeneinander abwägt wie drei Konkurrenzprodukte, vergleicht in Wahrheit Äpfel mit Bauklötzen mit Erzählfiguren.
Dieser Vergleich ordnet die drei Marken nach dem, was ein Kind damit tatsächlich tut – nicht danach, welche „die beste” ist. Am Ende steht keine Rangliste, sondern eine Zuordnung.
Drei Marken, drei Spielformen — warum das keine Rangliste ist
Grapat liefert viele kleine, lose Teile. Das Kind sortiert, reiht, füllt um, zählt. Diese Spielform hat ihren Höhepunkt ungefähr zwischen 2 und 4 Jahren, trägt aber noch lange danach.
Grimms liefert wenige große Formen. Das Kind konstruiert, stapelt, testet Schwerkraft und Balance. Diese Spielform beginnt früh, sobald ein Kind sicher sitzt, und trägt bis weit ins Vorschulalter.
Ostheimer liefert einzelne Figuren. Das Kind gibt ihnen Namen, erfindet Geschichten, lässt sie sprechen. Diese Spielform setzt etwas später ein, meist zwischen 3 und 6 Jahren, wenn Rollenspiel beginnt.
Der ehrlichste Satz in diesem ganzen Artikel: Wenn ein Kind stundenlang Dinge in Behälter sortiert, ist ein Grimms-Regenbogen die falsche Ausgabe. Egal wie schön er ist. Und umgekehrt: Ein Kind, das lieber Türme baut, wird mit einer Kiste Nins wenig anfangen können. Wie sehr Rollenspiel und Als-ob-Spiel die kindliche Entwicklung fördern, erklären wir ausführlicher im Ratgeber zu Rollenspiel-Spielzeug.
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Grapat Fancy Nins · ab 1 Jahren
- Handgefertigte Holzfiguren der spanischen Marke Grapat
- Ideale Bewohner für Welten aus dem Regenbogen-Bausystem
- Fördert Rollenspiel und fantasievolles Erzählen
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Grapat Mandala Mix · ab 3 Jahren
- Großes Legeset zum Sortieren, Ordnen und Muster legen
- „Mandala" ist bei Grapat eine Produktfamilie, keine feste Teilezahl — vor dem Kauf Teilezahl und Set-Namen vergleichen
- Laut Grapat ab 36 Monaten: Kleinteile von 10 bis 45 mm
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Grapat Moonlight Set · ab 3 Jahren
- 22 handbemalte Holzteile in verschiedenen Formen und zarten, verdünnten Farben
- Gleiche Open-Ended-Philosophie wie der Grimms Regenbogen – kein Spielziel
- Eigenständige Alternative zum Grimms Regenbogen bei vergleichbarer Qualität
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Grimms Regenbogen Groß 12-teilig · ab 0 Jahren

- 12 abgestufte Bögen aus Lindenholz, wasserbasierte Lasuren (Art. 10670)
- Open-Ended Play ohne Spielziel: Tunnel, Zaun, Puppenwippe – das Kind entscheidet
- Wächst mit: vom Betrachten im Baby-Alter bis zu Bauwerken im Kindergarten- und Vorschulalter
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Grimms Halbkreise Regenbogen · ab 2 Jahren
- Natürliche Ergänzung zum großen Regenbogen
- Auch als Bodenlegespiel nutzbar
- Erweitert die Konstruktionsmöglichkeiten deutlich
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Grimms Waldorf Bauklötze · ab 1 Jahren
- Unregelmäßige Formen, keine geometrischen Grundkörper
- Ergänzt den Regenbogen zu einem vollständigen Bausystem
- Lindenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, farbig lasiert
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Ostheimer Tierfiguren-Set · ab 3 Jahren
- Handgefertigte Tierfiguren, überwiegend aus Ahornholz
- Ölung überwiegend auf Rizinusölbasis, Farben als wasserbasierte Holzbeizen (Herstellerangabe)
- Wird stückweise gekauft und über Jahre zur Sammlung ergänzt
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Ostheimer Baby-Figuren aus Erle · ab 0 Jahren
- Unbehandeltes Naturholz, überwiegend Erle — vom Hersteller ausdrücklich für Babys empfohlen
- Ohne Farbe und ohne den typischen Ostheimer-Stempel
- Zur Auswahl u. a. Schaukelbär, Schaukelhase, Delfin, Laufbär, Hund und Pferd
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Grapat: lose Teile, Sortieren, Mandalas
Grapat wird nach Angaben mehrerer internationaler Fachhändler in Spanien gefertigt, als kleines, familiengeführtes Unternehmen. Eine eigene Bestätigung des Herstellers dazu war für diesen Artikel nicht abrufbar. Wir stützen uns deshalb bewusst auf mehrere unabhängige Quellen statt auf eine einzelne. Wer nach Grapat-Spielzeug sucht, sucht meist genau diese Handschrift: kleine, handbemalte Holzobjekte, die keine feste Funktion vorgeben.
Nins — die Kernfigur
Nins sind kegelförmige Holzfiguren ohne Gesicht, in Farbfamilien angeboten. Kein Gesicht heißt: keine vorgegebene Mimik, keine vorgegebene Rolle. Das Kind entscheidet, wer diese Figur gerade ist – Mama, Drache oder Wachposten, je nach Geschichte. Genau das ist der Waldorf-Gedanke hinter dem Design.
Die Mandala-Familie — und ihre Größenfalle
„Grapat Mandala” ist kein einzelnes Produkt, sondern eine ganze Produktfamilie mit sehr unterschiedlichem Umfang. Kleinere Sets bringen deutlich weniger Teile mit als die großen Mix-Sets. Bei gleichem Namen im Suchfeld landet man trotzdem je nach Shop auf völlig unterschiedlichen Produkten. Wer „Grapat Mandala” googelt und blind kauft, kann daneben liegen, ohne es beim Bestellen zu merken.
Loose Parts im Alltag
Sortierschalen, eine Tinker Tray oder ein Treasure Basket sind bei Grapat fast Pflichtzubehör, sobald mehrere Sets zusammenkommen. Der ehrliche Nachteil: viele Kleinteile bedeuten Aufräumaufwand, und in der Mundphase gehört Aufsicht dazu. Wer sich fürs offene Spiel nach Alter orientieren will, findet weiterführende Einordnung in unserem Ratgeber zu Montessori-Spielzeug.
Grimms: Bauen, Stapeln, Statik
Grimms ist eine familiengeführte Holzmanufaktur mit Hauptsitz in Süddeutschland, produziert nach eigenen Angaben „in Germany & Europe”. Bekannt wurde die Marke vor allem durch den Regenbogen – aber Grimms ist mehr als das eine Produkt.
Die Regenbogen-Familie
Wie unterschiedlich groß und wie widersprüchlich benannt die Regenbogen-Varianten ausfallen, haben wir separat aufgeschlüsselt. Welche Regenbogen-Größe wirklich zu eurem Kind passt, steht dort mit Altersstufen und einer Entscheidungsmatrix.
Bauelemente jenseits des Regenbogens
Grimms ist nicht nur Regenbogen, auch wenn viele Eltern die Marke darauf reduzieren. Waldorf-Bauklötze, Scheibentürme und Bauringe erweitern das reine Bogenspiel und lassen sich mit dem Regenbogen kombinieren. Wer dabei exakte Zylinder und Würfel erwartet, liegt bei den Waldorf-Bauklötzen falsch: Deren Formen sind ausdrücklich unregelmäßig. Geometrische Grundkörper führt Grimms in eigenen Baukästen.
Farbwelten
Grimms führt neben der klassisch bunten Ausführung mehrere Farblinien: Pastell, Natur unlasiert, Neon und Monochrom. Pastell und Natur wirken im Wohnzimmer ruhiger, Neonfarben polarisieren deutlich stärker. Vorab lohnt sich also ein Blick, welche Farbwelt zum eigenen Zimmer und zum Kind passt.
Ostheimer: Figurenspiel und Erzählen
Ostheimer ist die Marke, die auf dieser Website bisher am wenigsten vorkam. Zu Unrecht, denn ostheimer.de gehört zu den transparentesten Herstellerseiten, die wir für diesen Vergleich geprüft haben.
Tierfiguren und Bauernhof
Das Sortiment gliedert sich in mehrere Welten, darunter Familie & Bauernhof sowie Tiere in Wald & Flur und Tiere aus aller Welt. Ostheimer wird typischerweise stückweise gekauft und über Jahre zur Sammlung ergänzt – ein wichtiger ökonomischer Unterschied zu einem einmaligen Regenbogen- oder Nins-Kauf. Wer heute mit zwei Figuren anfängt, hat in drei Jahren womöglich einen ganzen Bauernhof.
Märchen, Jahreszeiten, Feste
Neben Tierfiguren führt Ostheimer Motive zu Märchen, Jahreszeiten und Festen, etwa die Bremer Stadtmusikanten oder Figuren für den Jahreszeitentisch. Für Familien, die nach Waldorf-Pädagogik Wert auf einen ritualisierten Jahreslauf legen, ist das ein naheliegender Anschlusspunkt.
Handarbeit, Material und Reparatur
Der stärkste Vertrauensbaustein der Marke: Ostheimer verwendet nach eigenen Angaben überwiegend Ahornholz, bei einzelnen Stücken Esche, in der Kleinkindlinie Erle. Die Oberfläche entsteht durch Tauchölung mit einem Öl, das laut Hersteller „überwiegend aus Rizinusöl in biologischer Qualität von einem regionalen Lieferanten” besteht, die Farben sind wasserbasierte Holzbeizen speziell für Spielzeug. Ostheimer weist eine CE-Kennzeichnung aus und trägt bei vielen Artikeln das spiel gut-Siegel. Besonders bemerkenswert: Der Hersteller bietet einen eigenen Reparaturservice und ein 2.-Wahl-Lädchen für leicht beschädigte Figuren an – so weit geht bei den anderen beiden keiner. Grimm’s schickt laut seinen FAQ fehlende oder kaputte Einzelteile gegen einen Unkostenbeitrag von 5 Euro nach; bei Grapat haben wir kein vergleichbares Angebot gefunden.
Die drei Marken im direkten Vergleich
Verglichen wird anhand von zehn Kriterien, die für die Kaufentscheidung relevant sind: dominante Spielform, Teilegröße und -zahl, Einstiegsalter, Verhalten in der Mundphase, Mitwachs-Horizont, Preisniveau, Aufbewahrungsaufwand, öffentlich belegbare Materialangaben, Reparierbarkeit und Herkunft. Wir vergeben keine Punkte und keine Gesamtnote, weil sich die drei Marken nicht sinnvoll auf einer Skala anordnen lassen. Wo ein Hersteller keine Angabe macht, steht „k. A.” – wir ergänzen dort nichts.
| Kriterium | Grapat | Grimms | Ostheimer |
|---|---|---|---|
| Dominante Spielform | Sortieren, Ordnen, Zählen | Bauen, Stapeln, Statik | Figurenspiel, Erzählen |
| Teile: Größe & Zahl | viele kleine Teile | wenige große Formen | Einzelfiguren, sammelbar |
| Einstiegsalter (Shop/Hersteller) | ab Geburt bis 3+, Einzelset ab 18 Monaten | Baby, Kleinkind, Vorschule, Schulkind | unbehandelte Erle-Figuren für Babys, Teile ab 3 Jahren |
| Mundphase | Kleinteile, Aufsicht nötig | große Formen unkritisch | Erle-Linie geeignet, lasierte Figuren mit Altershinweis |
| Wächst mit bis | Grundschule | Grundschule | Grundschule und darüber (Sammlung) |
| Preisniveau Einstieg | niedrig bis mittel | mittel bis hoch | niedrig pro Figur, wächst mit der Sammlung |
| Aufbewahrung | Sortiersystem empfohlen | einfach, wenige Teile | Regal oder Korb, wächst mit |
| Materialangaben öffentlich belegbar | „Holz, natürliche Beizen”, Herkunft nur über Shop-Angabe | Erle, Linde, Buche, Ahorn; wasserbasierte Farbbeizen; Fertigung Hochdorf und Bosnien | Ahorn, Esche, Erle; Rizinusöl-Ölung; wasserbasierte Beizen |
| Norm & Siegel | k. A. | EN 71-3 und ASTM laut Hersteller; „spiel gut” beim Regenbogen | CE-Kennzeichnung, „spiel gut” bei vielen Artikeln |
| Reparierbarkeit | k. A. | Ersatzteile gegen Unkostenbeitrag | Reparaturtipps in den FAQ, 2.-Wahl-Lädchen |
Eine Gesamtnote würde suggerieren, dass eine Marke „gewinnt”. Sie gewinnt aber immer nur für ein bestimmtes Kind, nie pauschal.
Welche Marke passt zu welchem Kind?
Das Kind, das alles ein- und ausräumt → Grapat. Nins, Mandala-Sets und Sortierschalen greifen genau dieses Bedürfnis auf.
Das Kind, das Türme baut und sie umwirft → Grimms. Regenbogen und Bauklötze sind für genau diese Statik-Experimente gemacht.
Das Kind, das mit Dingen spricht → Ostheimer. Am besten mit zwei, drei Figuren anfangen und die Sammlung wachsen lassen.
Das Kind, das noch alles in den Mund nimmt → große Grimms-Formen oder Ostheimers unbehandelte Erle-Naturholzfiguren, die der Hersteller ausdrücklich für Babys empfiehlt. Grapat-Kleinteile gehören in diesem Alter noch nicht in Reichweite. Was sich sonst noch ab einem Jahr eignet, haben wir in einem eigenen Ratgeber zusammengestellt.
Ihr wisst es noch nicht → Unsere Empfehlung: mit dem jeweils günstigsten Einstieg pro Marke testen, nicht gleich mit dem teuersten Set. Ein kleines Set zeigt zuverlässig, ob die Spielform beim eigenen Kind zieht.
Die Namensfalle: warum derselbe Regenbogen drei Namen hat
Kein Wettbewerber schreibt das so offen, weil Shops selten ein Interesse daran haben, ihre eigene Benennungspraxis zu erklären. Bei Grimms trägt derselbe Regenbogen je nach Händler unterschiedliche Namen: Grimms selbst kennt nur „Kleiner Regenbogen”, „Regenbogen” und „Großer Regenbogen” – die Bezeichnung „Mittlerer Regenbogen” existiert im Hersteller-Sortiment schlicht nicht. Manche Händler verwenden diesen erfundenen Namen sogar für zwei unterschiedliche Produkte mit unterschiedlicher Teilezahl und Größe. Alle Details dazu, inklusive einer vollständigen Größentabelle, stehen in unserer ausführlichen Kaufberatung zum Grimms Regenbogen.
Bei Grapat ist es ähnlich: „Grapat Mandala” ist eine ganze Produktfamilie, keine feste Teilezahl, und deutsche Shops übersetzen die englischen Grapat-Kurznamen häufig in lange Titel, in denen der eigentliche Produktname erst am Ende steht. Wer nach einem bestimmten Set sucht, findet es je nach Shop unter drei verschiedenen Titelanfängen.
Bei Ostheimer liegt die Falle woanders: Hier ist das Problem nicht der Name, sondern die Variante. Dieselbe Figur gibt es oft in mehreren Größen oder Haltungen – ein Delfin mit Kopf hoch und einer mit Kopf tief sehen sehr unterschiedlich groß aus und tragen trotzdem denselben Grundnamen.
Die Handlungsanweisung ist bei allen drei Marken gleich: Kauft nie über den Produktnamen allein. Vergleicht immer Teilezahl und Zentimeterangabe. Wenn ein Shop keine Zentimeterangabe macht, ist das selbst schon ein Warnsignal.
Was die Hersteller zu Holz, Lasuren und Sicherheit sagen — und was nicht
Hier gilt eine einfache Regel: nur belegen, nie behaupten. Wo ein Hersteller schweigt, steht das im Text – das macht diesen Vergleich glaubwürdiger als reiner Shop-Content.
Ostheimer macht die ausführlichsten Angaben: überwiegend Ahorn, vereinzelt Esche, Erle in der Kleinkindlinie, Tauchölung überwiegend auf Rizinusölbasis, wasserbasierte Holzbeizen, CE-Kennzeichnung und bei vielen Artikeln das spiel gut-Siegel. Was das Siegel konkret prüft, erklären wir separat in unserem Ratgeber zu Spielzeug ohne Plastik und Prüfsiegeln.
Grimms nennt sich selbst eine Familienmanufaktur mit Fertigung „in Germany & Europe”. In seinen FAQ wird der Hersteller konkret: Verarbeitet werden Erle, Linde, Buche und Ahorn, ein großer Teil der Holzbearbeitung läuft in einer eigenen Fertigungsstätte in Bosnien. Gefärbt wird mit wasserbasierten Farbbeizen, die Naturprodukte werden mit einem Pflanzenöl behandelt, Hauptbestandteil Leinöl. Die Produkte entsprechen laut Grimm’s der europäischen Norm EN 71-3 und der amerikanischen ASTM-Norm, die Farblasuren sind speichelecht getestet — mit dem eigenen Hinweis, dass sich bei intensivem Speichelkontakt im Einzelfall Farbe lösen kann. Der Regenbogen trägt laut Produktseite das spiel gut-Siegel.
Grapat wird im Handel mit „natürliche Beizen” und „Made in Europe” beworben. Das sind Shop-Angaben, keine eigenen Herstellerangaben, die wir direkt einsehen konnten.
Zur Einordnung: EN 71-3 regelt die Migration bestimmter Elemente, darunter Schwermetalle, aus Spielzeugmaterialien. Das ist eine Norm, kein Marken-Zertifikat – wir schreiben sie deshalb nur dort einer Marke zu, wo der Hersteller sie selbst nennt — bei Grimms ist das der Fall. Auch FSC oder PEFC als Holz-Herkunftssiegel weist keiner der drei Hersteller auf den geprüften Seiten aus.
Preisniveau und Einstiegspunkte je Marke
Wer bei Null anfängt, sollte wissen, wie sich die drei Marken wirtschaftlich unterscheiden – nicht in absoluten Zahlen, die sich laufend ändern, sondern im Muster:
Grapat bewegt sich meist im niedrigen bis mittleren Preissegment pro Set, ist aber auf viele kleine Zukäufe angelegt – am Ende zählt die Summe der Sortierschalen, Nins-Sets und Mandala-Familien.
Grimms verlangt beim Regenbogen einen einzelnen, spürbaren Einstiegsbetrag, der sich mit der Größe deutlich staffelt. Dafür ist mit einem Kauf oft schon die Kernanschaffung erledigt.
Ostheimer funktioniert anders als beide: viele kleine Käufe über Jahre, meist eine Figur nach der anderen, bis eine Sammlung entsteht. Wer eine ganze Ostheimer-Welt auf einmal kaufen will, zahlt entsprechend mehr als bei einem einmaligen Regenbogen- oder Nins-Kauf.
Wo jede der drei Marken an ihre Grenzen stößt
Grapat: Kleinteile bedeuten Mundphasen-Risiko und Aufräumaufwand. Ohne Sortiersystem verstreut sich ein großes Mandala-Set binnen Tagen im ganzen Zimmer. Ein Kind, das nicht gern sortiert, spielt damit kaum.
Grimms: hoher Einstiegspreis beim großen Regenbogen, und das Stück ist auch ein beliebtes Instagram-Objekt – manche Exemplare bespielen Kinder nie wirklich. Farbige Lasuren nutzen sich bei intensivem Gebrauch sichtbar ab.
Ostheimer: teuer pro Spielstunde beim Einstieg, weil erst eine kleine Sammlung überhaupt Spielwert erzeugt. Figuren sind bruchgefährdet. Für kleine Schäden empfiehlt Ostheimer in den FAQ einen Tropfen Holzleim oder Schmirgelpapier. Ein Teil des Sortiments trägt den Warnhinweis „nicht geeignet für Kinder unter drei Jahren”.
Kombinieren statt entscheiden
Die kaufmännisch wertvollste, gleichzeitig ehrlichste Erkenntnis dieses Artikels: Die drei Marken funktionieren zusammen besser als jede für sich allein. Ein Grimms-Regenbogen wird zur Landschaft aus Bergen und Höhlen, Ostheimer-Tiere bevölkern sie, Grapat-Nins übernehmen die Rollen der Menschen darin. Das ist keine künstliche Bundle-Rhetorik – Familien mit allen drei Marken im Regal berichten genau dieses Spielmuster immer wieder.
Wer klein anfangen will, kombiniert einen kleineren Regenbogen mit ein paar Nins und zwei, drei Ostheimer-Tierfiguren. Das reicht für ein erstes, vollständiges Spielszenario, ohne gleich in alle drei Marken groß zu investieren.
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Häufig gestellte Fragen
Grapat, Grimms oder Ostheimer — was ist der Hauptunterschied? Die drei Marken lösen unterschiedliche Aufgaben. Grapat liefert viele kleine, lose Teile zum Sortieren, Ordnen und Zählen. Grimms liefert wenige große Formen zum Bauen und Stapeln. Ostheimer liefert einzelne Figuren zum Erzählen und Rollenspiel. Wer sie gegeneinander abwägt, vergleicht drei Spielformen, nicht drei Qualitätsstufen.
Für welches Alter eignen sich die drei Marken? Grimms ordnet sein Sortiment den Stufen Baby, Kleinkind, Vorschule und Schulkind zu. Grapat-Artikel werden im Handel von „ab Geburt” bis „3+” geführt, ein Einsteigerset ausdrücklich ab 18 Monaten. Ostheimer empfiehlt für Babys unbehandelte Naturholzfiguren aus Erle; Teile des übrigen Sortiments tragen den Hinweis „nicht geeignet für Kinder unter drei Jahren”.
Sind Grapat, Grimms und Ostheimer miteinander kombinierbar? Ja, und das ist häufig die sinnvollste Lösung. Ein Grimms-Regenbogen wird zur Landschaft, Ostheimer-Tiere bevölkern sie, Grapat-Nins übernehmen die Rollen. Die Maßstäbe passen ausreichend gut zusammen, weil alle drei mit ähnlichen Figurhöhen arbeiten.
Sind die hohen Preise gerechtfertigt? Das hängt daran, ob die Spielform zum Kind passt, nicht am Preisschild allein. Ein teurer Regenbogen bei einem Kind, das lieber sortiert als baut, ist Geldverschwendung. Ein günstiges Grapat-Set bei einem Kind, das drei Jahre täglich damit legt, ist ein Schnäppchen. Preis pro Spielstunde schlägt Preis pro Karton.
Was sind Grapat Nins? Nins sind kegelförmige Holzfiguren ohne Gesicht, die Grapat in Farbfamilien anbietet. Weil sie keine Mimik haben, bestimmt das Kind selbst, wer sie sind. Das Basisset mit 12 Nins in Regenbogenfarben ist der klassische Einstieg in die Marke.
Was ist ein Grapat Mandala — und welches soll ich kaufen? „Mandala” ist bei Grapat kein einzelnes Produkt, sondern eine Produktfamilie mit unterschiedlicher Teilezahl, von kleineren 36-teiligen Sets bis zu großen 81-teiligen Mixen. Vergleicht deshalb immer die Teilezahl, nicht den Namen.
Warum heißt derselbe Grimms-Regenbogen in verschiedenen Shops unterschiedlich? Weil Shops eigene Bezeichnungen vergeben. Grimms selbst kennt nur „Kleiner Regenbogen”, „Regenbogen” und „Großer Regenbogen”. Manche Händler führen zwei unterschiedliche Artikel unter demselben Namen „Mittlerer Regenbogen”, den es bei Grimms so gar nicht gibt. Prüft deshalb immer Teilezahl und Zentimeterangabe, nie den Produktnamen allein.
Aus welchem Holz sind Ostheimer-Figuren und womit sind sie behandelt? Ostheimer verwendet überwiegend Ahorn, bei einzelnen Stücken Esche und in der Kleinkindlinie Erle. Die Figuren werden in ein Öl getaucht, das laut Hersteller überwiegend aus biologischem Rizinusöl besteht; die Farben sind wasserbasierte, speziell für Spielzeug formulierte Holzbeizen. Grimms nennt Erle, Linde, Buche und Ahorn sowie wasserbasierte Farbbeizen; für Grapat liegen vergleichbare Herstellerangaben nicht vor.
Unterm Strich
Es gibt keine Gesamtempfehlung, und genau das ist die ehrliche Antwort. Sortiert euer Kind lieber, ordnet und zählt – Grapat. Baut es lieber, stapelt und testet Statik – Grimms. Erzählt es lieber, gibt Dingen Namen und Geschichten – Ostheimer.
Aus unserer Sicht fahrt ihr am günstigsten, wenn ihr klein anfangt: Ein kleines Set pro Marke reicht schon, um zu sehen, welche Spielform beim eigenen Kind wirklich zieht. Eine Marke, die zum Kind passt, ist am Ende billiger als drei, die es nicht tun.