· Aktualisiert: 25. Sept. 2026 · PKS Redaktion · Förderung · 10 Min. Lesezeit

LEGO Education für zuhause: Was geht nach dem SPIKE-Aus noch?

SPIKE läuft aus, der Nachfolger Informatik & KI ist für Gruppen im Unterricht gebaut. Was das für Familien heißt, für wen sich das neue Set zu Hause trotzdem lohnt und welche Alternativen es im Handel gibt.

Kurz gesagt

Ein programmierbares Heimset hat LEGO derzeit nicht: SPIKE läuft aus, und der Nachfolger Informatik & KI ist ein Unterrichtssystem für Gruppen, das sich für AGs, Kurse und Wettbewerbsteams lohnt, nicht für ein einzelnes Kind. Für ein Kind ab zehn ist der mBot2 die naheliegende Alternative, für Sechs- bis Achtjährige Codey Rocky.

LEGO Education für zuhause: Was geht nach dem SPIKE-Aus noch?

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Irgendwann kommt das Kind aus der Schule und will „so ein LEGO, das man programmieren kann”. Gemeint war bisher fast immer SPIKE, LEGOs Bildungsreihe, die in vielen Schulen im Unterricht liegt.

Seit dem Sommer 2026 ist die Antwort darauf komplizierter. SPIKE läuft aus, und der Nachfolger ist ausdrücklich für den Klassenraum gebaut, nicht fürs Kinderzimmer. Hier steht, was sich geändert hat, für wen sich das neue Set zu Hause trotzdem lohnt und was Familien stattdessen kaufen können.


Was sich 2026 geändert hat

LEGO Education hat den Direktvertrieb von SPIKE Prime (45678) und SPIKE Essential (45345) nach dem 30. Juni 2026 eingestellt. Händler verkaufen weiter, „solange der Vorrat reicht” (LEGO Education, SPIKE-Update 2026). Für alle, die schon ein Set haben, gelten diese Fristen:

  • App: Die SPIKE-App wird bis zum 30. Juni 2031 unterstützt. Danach bleibt sie online, bekommt aber keine Updates und Fehlerbehebungen mehr. Neue Funktionen gibt es schon seit dem 30. Juni 2026 nicht mehr.
  • Ersatzteile: laut LEGO bis zum 30. Juni 2028.
  • Wettbewerb: In der Saison 2027/28 können Teams letztmalig mit SPIKE und den Vorgängersystemen teilnehmen (HANDS on TECHNOLOGY, Wandel und Zukunft).

Bei amazon.de sind SPIKE Prime und SPIKE Essential laut unserem Abgleich nicht mehr lieferbar. Restbestände gibt es bei Fachhändlern, Stand 25.09.2026.

Als neue Reihen bringt LEGO Education „Informatik & KI” (US-Name „Computer Science & AI”) und „Naturwissenschaften”. Die Naturwissenschaften-Sets kommen ohne Gerät und ohne Programmieren aus. Für das, was SPIKE im Kinderzimmer war, ist deshalb nur Informatik & KI interessant.

Wichtig für Familien: Ein programmierbares Robotik-Set für zu Hause hat LEGO derzeit nicht. BOOST und MINDSTORMS Robot Inventor sind seit 2022 eingestellt (Brickset, 26.10.2022). Die Technic-Sets mit Control+ lassen sich fahren, aber nicht programmieren.


Was LEGO Education von normalem LEGO unterscheidet

Der Unterschied steckt weniger in den Steinen als im Drumherum. LEGO Education kommt mit Sensoren, Motoren und einer Programmier-App, die von einfachen Blöcken bis zu echtem Python reicht. Dazu gibt es fertige Unterrichtsstunden, bei Informatik & KI sind es 30 Stunden zu je 45 Minuten, und ein kostenloses Lehrerportal (LEGO Education, FAQ Informatik & KI).

LEGO Technic dagegen will vor allem bauen: große, freie Konstruktionen, ohne vorgegebenes Lernziel. Normale LEGO-Steine passen an beide Welten, nur der Zweck ist ein anderer.

Neu ist, wie deutlich das aktuelle System auf eine Gruppe zugeschnitten ist. Jedes Informatik-&-KI-Set ist für vier Kinder gleichzeitig ausgelegt. Die Lehrkraft braucht ein LEGO-Konto, die Kinder melden sich per PIN an. SPIKE ließ sich noch allein am Küchentisch nutzen. Das neue System geht von einer Lerngruppe aus, und eine Heimversion gibt es nicht.


LEGO Education Informatik & KI im Überblick

Das neue System hat keinen zentralen Hub mehr. Jedes elektronische Teil hat einen eigenen Akku, verbindet sich per Bluetooth Low Energy und wird über Verbindungskarten gekoppelt. Motoren reagieren auch ohne Tablet direkt auf den Farbsensor. Es gibt drei Sets (Klasse 1–3, Klasse 4–6, Klasse 7–9):

SetAlter laut LEGOTeileElektronik
45520 Klasse 1–3ab 5 Jahren2761 Einzelmotor, 1 Farbsensor, 1 Verbindungskarte
45521 Klasse 4–6ab 8 Jahren3211 Doppelmotor mit 6-Achsen-Lagesensor, 1 Farbsensor, 1 Verbindungskarte
45522 Klasse 7–9ab 11 Jahren3791 Einzelmotor, 1 Doppelmotor, 1 Farbsensor, 1 Controller, 2 Verbindungskarten

Eine Euro-UVP nennt LEGO nicht, die deutsche Seite verweist auf die Fachhändlersuche.

Programmiert wird in der App „Coding Canvas”, als Web-App in einem Chromium-Browser oder als iPad-App. Eine Android-App gibt es nicht. Es gibt Blöcke mit Symbol und Wort, dazu Python über das Paket legoeducation (ab Python 3.14, nicht auf Chromebooks). Die KI-Aufgaben nutzen die Kamera des Geräts, etwa um Körperhaltungen zu erkennen, und Kinder können eigene Klassen trainieren. Laut LEGO laufen alle KI-Funktionen lokal auf dem Gerät, ein Chatbot ist nicht dabei (LEGO Education, AI Safety Statement).

SPIKE-Teile lassen sich mit dem neuen System nicht kombinieren. Wer von SPIKE wechselt, braucht also neue Elektronik, normale LEGO-Steine passen weiter (HANDS on TECHNOLOGY, Future Edition).


Für wen sich Informatik & KI zu Hause trotzdem lohnt

Für die meisten Familien ist das neue Set keine gute Wahl. Es ist für vier Kinder gedacht und entsprechend bepreist, setzt ein Lehrerportal voraus und läuft nicht auf Android-Tablets. Ein paar Konstellationen gibt es aber, in denen es passt:

  • AG-Leitungen und Kursanbieter, die eine Robotik-AG, einen Ferienkurs oder eine private Lerngruppe betreuen. Hier greift das Konzept genau so, wie LEGO es gedacht hat: vier Kinder je Set, fertige Stunden, Anmeldung per PIN.
  • Wettbewerbsteams. Die FIRST LEGO League Future Edition startet in der Saison 2026/27 mit Informatik-&-KI-Sets. Ab August 2027 heißt der Wettbewerb „LEGO League”, Veranstalter bleibt HANDS on TECHNOLOGY. Ab der Saison 2028/29 sind die neuen Sets Pflicht (HANDS on TECHNOLOGY, Future Edition). Spätestens dann kommt ein Team, das zu Hause übt, am neuen System nicht vorbei.
  • Familien mit mehreren technikbegeisterten Kindern, die ein iPad oder einen Rechner mit Chromium-Browser haben und bereit sind, die Rolle der Lehrkraft zu übernehmen. Bei drei oder vier Kindern im passenden Alter verteilt sich der Preis.

Kaufen lassen sich die Sets über Fachhändler, auch als Privatperson. Die Altersangaben gelten auch hier: das Set für Klasse 7–9 erst ab 11 Jahren. Die Produktseiten mit allen Angaben stehen bei LEGO Education.


SPIKE-Restbestand: nur mit klarer Frist

Wer jetzt noch ein SPIKE-Set bei einem Fachhändler kauft, kauft ein Auslaufmodell. Das kann trotzdem sinnvoll sein, wenn das Kind in der Schule mit SPIKE arbeitet und zu Hause dasselbe System weiterführen will oder wenn ein Team noch bis zur Saison 2027/28 mit SPIKE antritt. Die Grenzen sind bekannt: Ersatzteile bis Juni 2028, App-Pflege bis Juni 2031, keine neuen Funktionen (LEGO Education, SPIKE-Update 2026).

Bei der Wahl zwischen den beiden Sets gilt die Herstellerangabe: SPIKE Essential ab 6 Jahren, SPIKE Prime ab 10 Jahren (Freigabe laut LEGO Education). Einen Nachfolger für MINDSTORMS EV3 sieht LEGO in SPIKE Prime ausdrücklich nicht.

Für alle anderen gilt: Ein neues Set mit festem Enddatum lohnt sich nur, wenn es bis dahin wirklich genutzt wird.


Alternativen für Familien

Weil LEGO selbst kein programmierbares Heimset mehr anbietet, führt der Weg für die meisten Familien zu anderen Herstellern. Diese Produkte sind frei im Handel erhältlich und für die Nutzung zu Hause gedacht:

Makeblock mBot2 · ab 10 Jahren

Makeblock mBot2 – Programmier-Roboter mit CyberPi-Steuerplatine
  • CyberPi-Steuerplatine ermöglicht echte Python-Programmierung
  • mBlock ist eine auf Scratch basierende grafische Programmierumgebung
  • Aktuelles Flaggschiff; die Einrichtung kostet laut Praxisberichten Geduld

158,90 €Preis von Amazon, Stand 22.10.2026

Verkauf durch Makeblock DE

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Makeblock Codey Rocky · ab 6 Jahren

Makeblock Codey Rocky – Einsteiger-Roboter für jüngere Kinder
  • LED-Figur Codey + Rover Rocky als Einsteiger-Set
  • Vereinfachte Scratch-basierte Programmierung für Anfänger
  • Bunte LED zeigt sofort, ob das Programm funktioniert

149,99 €Preis von Amazon, Stand 12.10.2026

Verkauf durch Makeblock DE

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KOSMOS Proxi – Micro:bit Programmier-Roboter · ab 10 Jahren

KOSMOS Proxi – Micro:bit-gesteuerter Programmier-Roboter für Kinder
  • Gesteuert vom mitgelieferten BBC micro:bit, zusätzlich per App fernsteuerbar
  • Programmierung mit MakeCode (blockbasiert)
  • Anschluss an Schul-Informatik und echten Code

105,89 €Preis von Amazon, Stand 22.10.2026

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BBC micro:bit v2 (Einzelplatine) · ab 8 Jahren

BBC micro:bit v2 – britische Programmierplatine für Einsteiger
  • Seit 2016 in Schulen im Einsatz, weltweit verbreitet
  • v2 mit Mikrofon und Lautsprecher, LED-Grid, Bluetooth
  • Riesige englischsprachige Community und viele Tutorials

23,90 €Preis von Amazon, Stand 22.10.2026

Verkauf durch PARALEA Serversysteme

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fischertechnik ADVANCED Mechanic & Static 2 · ab 9 Jahren

fischertechnik Mechanic & Static 2 – Baukasten mit Getriebe und Statikkonstruktionen
  • Mechanik und Statik mit Schaltgetriebe, Kardanwelle und Achsschenkel-Lenkung

91,99 €Preis von Amazon, Stand 22.10.2026

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LEGO Classic Kreativ-Bausteine · ab 4 Jahren

LEGO Classic Kreativ-Bausteine – loser Steinemix zum freien Bauen
  • Freies Bauen ohne Vorlage – nur Fantasie und Steine
  • Fördert Kreativität beim freien Bauen
  • Wächst mit: von einfachen bis komplexen Konstruktionen

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  • Ab 10 Jahren: Der Makeblock mBot2 kommt dem Programmieren mit SPIKE Prime oder Informatik & KI am nächsten, mit Blöcken in mBlock und echtem Python. Die Einrichtung braucht laut Praxisberichten etwas Geduld. Mehr dazu im mBot-Ratgeber. Der KOSMOS Proxi setzt auf den micro:bit und MakeCode, eine offene Plattform, die auch in Schulen im Einsatz ist.
  • 6 bis 8 Jahre: Codey Rocky ist ein Einsteiger-Roboter mit vereinfachter, Scratch-basierter Programmierung.
  • Ab 8 Jahren: Der BBC micro:bit v2 ist eine kleine Programmierplatine ohne Roboter-Fahrwerk, für Kinder, die lieber programmieren als bauen.
  • Ab 9 Jahren, ohne Programmieren: fischertechnik Mechanic & Static 2 übt Zahnräder, Getriebe und Statik, die Grundlage für spätere Robotik.
  • Wer einfach bauen will: LEGO Classic oder Technic. Ein Kind, das gern tüftelt, braucht keine strukturierten Lernpfade.

Wer schon einen Programmier-Roboter im Haus hat, holt sich mit einem zweiten System selten zusätzlichen Lernwert ins Regal, sondern vor allem Dopplung.


Die Preis-Frage, ungeschönt

LEGO Education war schon immer teurer als Consumer-LEGO mit ähnlichem Funktionsumfang, und das neue System verschiebt die Rechnung weiter in Richtung Gruppe. Ein Informatik-&-KI-Set ist für vier Kinder gleichzeitig gedacht und entsprechend bepreist. Für ein einzelnes Kind zahlt ihr damit für ein Set, das auf vier Kinder ausgelegt ist.

Gerechtfertigt ist der Preis, wenn ihr die fertigen Stunden und das Lehrerportal tatsächlich mit einer Gruppe nutzt. Für ein Kind allein ist ein Robotik-Set wie der mBot2 die passendere Wahl, weil es für genau diese Nutzung gebaut ist.


Kurz gesagt

SPIKE läuft aus und ist nur noch als Restbestand bei Fachhändlern zu haben, mit App-Pflege bis 2031 und Wettbewerbszulassung bis 2027/28. Der Nachfolger Informatik & KI ist ein Unterrichtssystem für Gruppen. Er lohnt sich für AGs, Kurse, Wettbewerbsteams und Familien mit mehreren Kindern, nicht für ein einzelnes Kind. Ein programmierbares Heimset hat LEGO derzeit nicht. Für ein Kind ab 10 ist der mBot2 die naheliegende Alternative, für 6- bis 8-Jährige Codey Rocky.


Zum Weiterlesen


Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen LEGO Education und normalem LEGO? LEGO Education ist eine eigene Produktlinie für den Unterricht: Sensoren, Motoren, eine Programmier-App und fertige Unterrichtsstunden gehören dazu. Das aktuelle Set Informatik & KI bringt 30 Stunden zu je 45 Minuten und ein kostenloses Lehrerportal mit. Normales LEGO wie Classic oder Technic ist zum freien Bauen gedacht, ohne vorgegebenes Lernziel. Normale LEGO-Steine passen an beide Systeme.

Gibt es LEGO SPIKE noch zu kaufen? Nur als Restbestand. LEGO Education hat den Direktvertrieb von SPIKE Prime und SPIKE Essential nach dem 30. Juni 2026 eingestellt, Fachhändler verkaufen weiter, solange der Vorrat reicht. Bei amazon.de sind beide Sets laut unserem Abgleich nicht mehr lieferbar (Stand 25.09.2026). Die SPIKE-App wird bis zum 30. Juni 2031 unterstützt, neue Funktionen kommen nicht mehr.

Kann man LEGO Education Informatik & KI privat kaufen? Ja, über Fachhändler, bei amazon.de ist es nicht gelistet. Eine Euro-UVP nennt LEGO nicht, und eine Heimversion gibt es nicht. Jedes Set ist für vier Kinder gleichzeitig ausgelegt, das Unterrichtsmaterial läuft über ein Lehrerportal mit LEGO-Konto. Sinnvoll ist es vor allem für AGs, Wettbewerbsteams, Kurse und Familien mit mehreren technikbegeisterten Kindern.

Welche Alternative zu LEGO SPIKE gibt es für zuhause? Ein programmierbares Robotik-Set für zu Hause hat LEGO derzeit nicht, BOOST und MINDSTORMS sind seit 2022 eingestellt. Als Alternative eignen sich Roboter anderer Hersteller: der Makeblock mBot2 ab 10 Jahren mit Blöcken und Python, Codey Rocky für 6- bis 8-Jährige oder der BBC micro:bit ab 8 Jahren.

Quellen (geprüft am 25.09.2026)

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