· PKS Redaktion · Lernspiele & MINT · 10 Min. Lesezeit
LEGO Mindstorms Nachfolger: Was nach EV3 und Robot Inventor kommt
LEGO hat Mindstorms eingestellt, einen programmierbaren Nachfolger fürs Kinderzimmer haben wir nicht gefunden. Was aus EV3 und Robot Inventor geworden ist, was ein gebrauchtes Set noch taugt und welcher Robotik-Baukasten heute am nächsten dran ist.
Kurz gesagt
LEGO führt Mindstorms EV3 und Robot Inventor als eingestellt, einen programmierbaren Nachfolger fürs Kinderzimmer haben wir bei LEGO nicht gefunden. Am nächsten kommen dem Bauen und Programmieren die Robotik-Baukästen von fischertechnik: Smart Robots Pro ab 8 und Smart Robots Max ab 10 Jahren. Wer mit dem micro:bit anfangen will, nimmt KOSMOS Proxi ab 10.

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Vielleicht steht im Keller noch ein Mindstorms-Karton aus der eigenen Jugend. Vielleicht bietet ihn jemand in den Kleinanzeigen an. Oder das Kind ist zehn, baut seit Jahren mit LEGO Technic und will jetzt, dass sich das Ding auch von selbst bewegt.
Dann sucht man nach dem Nachfolger. Und findet keinen.
LEGO hat Mindstorms auslaufen lassen, und ein programmierbares Set fürs Kinderzimmer haben wir im aktuellen LEGO-Programm nicht gefunden. Wir sortieren hier, was mit EV3 und Robot Inventor passiert ist, was ein vorhandenes oder gebrauchtes Set noch taugt und welche Baukästen heute am ehesten an die Stelle treten.
Was aus Mindstorms geworden ist
Mindstorms gab es in mehreren Generationen. Die beiden, die heute noch in Kinderzimmern stehen, sind EV3 und Robot Inventor.
EV3 führt LEGO auf seiner Hilfeseite als „retired MINDSTORMS EV3“, also eingestellt. Zur Software steht dort knapp: „The home edition is no longer available.“ Die Schulversion der App hatte LEGO zum Download bis Juli 2026 angekündigt. Die Programmierumgebung EV3 Lab bietet LEGO Education zwar noch an, aber ausdrücklich ohne Gewähr: „No maintenance, updates, fixes, security patches, or technical support will be provided.“
Robot Inventor (51515) war laut LEGO die jüngste Mindstorms-Generation. Im Oktober 2022 zitierte Brickset LEGO mit dem Satz, das Set und die zugehörigen Einzelteile 88016 und 88018 würden „exit our portfolio from the end of 2022“. Auf der eigenen Hilfeseite schreibt LEGO heute: „It retired in 2023.“ Angekündigt war das Ende also für 2022, ausgelaufen ist das Set laut LEGO 2023.
Und SPIKE, war das nicht der Nachfolger? LEGO Education sah das schon damals anders. SPIKE Prime sei „not meant to replace or replicate EV3“, heißt es in der SPIKE-Prime-FAQ. Inzwischen ist auch SPIKE Geschichte: Nach dem 30. Juni 2026 hat LEGO Education laut eigenem SPIKE-Update „den Direktvertrieb der Produkte des SPIKE™ Portfolios“ eingestellt. An Schulen verkauft LEGO Education jetzt die Reihe Informatik & KI, gestaffelt nach Klassenstufen. Was sie kann und warum wir sie für ein einzelnes Kind zu Hause nicht kaufen würden, steht in unserem Artikel zum Ende von LEGO SPIKE.
Und was LEGO Familien heute anbietet
Für zu Hause bietet LEGO inzwischen SMART Play an. Mit Programmieren hat es allerdings wenig zu tun, und das ist auch so gewollt. Auf der SMART-Play-Seite schreibt LEGO: „When developing the SMART Play™ system, we made the conscious decision to exclude screens.“ Die zugehörige App sei „an app for grown-ups“, damit die Kinder weiterspielen können.
Das ist eine nachvollziehbare Entscheidung. Für ein Kind, das programmieren lernen will, ist es halt die falsche Richtung. Eine Programmierfunktion nennt LEGO für SMART Play nicht.
Wer also bauen und programmieren will, wechselt den Hersteller. Das ist weniger dramatisch, als es klingt. Es heißt nur, dass die LEGO-Kiste im Kinderzimmer ein eigenes Spielzeug bleibt und der Roboter aus einem anderen System kommt.
Was beim Bauen und Programmieren passiert
Bevor es um Produkte geht, lohnt ein Blick darauf, was an dieser Art zu spielen überhaupt belegt ist. Es ist weniger, als Verpackungen versprechen.
Konstruieren trägt gutes Spiel. Die TIMPANI-Studie der Eastern Connecticut State University hat zehn Jahrgänge lang Kinder im Freispiel beobachtet. Ein Muster blieb jedes Jahr gleich: Konstruktionsspielzeug „such as hardwood blocks, Legos, TinkerToys“ und anderes Material aus vielen Teilen, die sich auf viele Arten zusammensetzen lassen, schnitt gut ab. Beobachtet wurden allerdings Vorschulkinder, keine Zehnjährigen am Roboter. Die Studie zeigt ein Muster, keine Wirkung eines bestimmten Produkts.
Spielen ist Lernen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung fasst es auf kindergesundheit-info.de so: „Im Spiel entwickeln sie ihre Fähigkeiten, ihr Wissen und Können.“ Das klingt banal. Für einen Robotik-Baukasten heißt es aber etwas Handfestes: Er taugt nur, wenn er bespielt wird, und nicht, wenn das fertige Modell im Regal steht.
Was wir nicht wissen. Eine vergleichbare Langzeitbeobachtung zu Zehn- bis Vierzehnjährigen an Robotik-Baukästen kennen wir nicht. Wer behauptet, ein bestimmtes Set mache Kinder zu besseren Programmierern, hat dafür wohl keinen Beleg.
Daraus leiten wir drei Ziele ab, an denen sich die Empfehlungen unten messen lassen:
- Selbst konstruieren statt fertig auspacken. Je mehr das Kind selbst baut und umbaut, desto länger hält das Set.
- Ursache und Wirkung sehen. Ein Sensor misst, ein Motor reagiert. Genau hier wird ein Programm für ein Kind überprüfbar statt abstrakt.
- Eine Lernkurve, die weiterführt. Von Blöcken zu mehr, ohne dass beim ersten Fortschritt alles neu gekauft werden muss.
Welches System nach Mindstorms?
Was Mindstorms ausgemacht hat, war die Kombination: viele Bauteile, ein programmierbarer Baustein in der Mitte, Motoren und Sensoren dran, und daraus baut das Kind, was es will. Am nächsten kommen dem heute Robotik-Baukästen von fischertechnik. Daneben steht ein Roboter mit dem micro:bit, bei dem das Programmieren im Vordergrund steht.
Nach Mindstorms: drei Wege
- Ab 10 Jahrenfischertechnik Smart Robots Max — großer Robotik-Baukasten mit Omniwheels, am nächsten an Mindstorms
- Ab 8 Jahrenfischertechnik Smart Robots Pro — der kleinere Einstieg mit Controller, Sensoren und zwölf Modellen
- Ab 10 JahrenKOSMOS Proxi — Roboter mit BBC micro:bit, programmiert mit MakeCode-Blöcken
Ab 10 Jahren
Am nächsten an dem, was Mindstorms war
fischertechnik Smart Robots Max · ab 10 Jahren

Aus 530 Teilen baut das Kind neun Modelle, von Fahrrobotern bis zu einem Tanzroboter. Das Herz ist der RX Controller, programmiert wird mit ROBO Pro Coding, laut Hersteller auch auf mobilen Geräten. Besonders sind die Omniwheels: Vier Motoren treiben sie an, der Roboter fährt damit in jede Richtung. Dazu kommen Spursensor, RGB-Gestensensor und Taster. Das bedient alle drei Ziele, vor allem das zweite: Wer mit dem Spursensor einen Fahrroboter baut, sieht sofort, ob das Programm stimmt.
Schwächen, aber keine Ausschlusskriterien: Die Batterien fehlen. Der Batteriehalter nimmt sechs Mignonzellen, die man vorher besorgen muss, sonst bleibt der Karton am Geburtstag erst mal zu. Und mit dem Hersteller wechselt das Baukastensystem: Die LEGO-Kiste bleibt außen vor.
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Ab 8 Jahren
Der kleinere Einstieg, wenn das Kind noch keine zehn ist
fischertechnik Smart Robots Pro · ab 8 Jahren

Zwölf Modelle aus 362 Teilen, darunter ein Fahrroboter mit Hinderniserkennung. Gesteuert wird über den BT Smart Controller mit vier Eingängen für Sensoren und zwei Ausgängen für Motoren oder Lampen, angeschlossen per USB oder Bluetooth. Programmiert wird mit der kostenlosen Software ROBO Pro Coding. Für Ziel 2 reicht das völlig: Hindernis vor dem Sensor, Roboter reagiert, und das Kind hat es selbst so programmiert.
Schwächen, aber keine Ausschlusskriterien: Zwei Ausgänge heißen: höchstens zwei Motoren oder Lampen gleichzeitig. Für die ersten Modelle passt das, ehrgeizige Eigenbauten stoßen da schnell an. Strom kommt aus einem 9-V-Block. Für ein Kind, das mit zehn schon große Technic-Modelle baut, würden wir eher gleich zum Max greifen.
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Ab 10 Jahren
Für Kinder, die eher programmieren als bauen wollen
KOSMOS Proxi – Micro:bit Programmier-Roboter · ab 10 Jahren

Proxi geht den anderen Weg. Das Gehirn ist ein BBC micro:bit, programmiert wird blockbasiert mit MakeCode. Das Kind lädt das Programm per USB vom Computer auf die Platine, steckt sie in den Roboter, und der läuft dann eigenständig. Per App lässt er sich zusätzlich fernsteuern. KOSMOS gibt ihn für 10 bis 16 Jahre an. Wer zur Platine selbst mehr wissen will: Den micro:bit haben wir im Vergleich mit dem Calliope mini ausführlich eingeordnet.
Schwächen, aber keine Ausschlusskriterien: Wer vor allem konstruieren will, ist mit den beiden fischertechnik-Kästen besser bedient. Und KOSMOS selbst nennt nur die Blocksprache MakeCode. Wer den Schritt zu getipptem Code sucht, muss sich den Weg über die micro:bit-Welt selbst suchen.
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Und der mBot2 von Makeblock? Der wird mit der Blockumgebung mBlock und mit Python programmiert. Wir haben ihn im SPIKE-Artikel und im Ratgeber zu mBot und Makeblock ausführlich eingeordnet und wiederholen das hier nicht. Mehr zum micro:bit steht im Vergleich mit dem Calliope mini.
Die drei nebeneinander
| fischertechnik Smart Robots Max | fischertechnik Smart Robots Pro | KOSMOS Proxi | |
|---|---|---|---|
| Alter laut Hersteller | ab 10 | ab 8 | ab 10 (bis 16) |
| Steuerung | RX Controller | BT Smart Controller, USB oder Bluetooth | BBC micro:bit |
| Programmierung | ROBO Pro Coding, auch auf mobilen Geräten | ROBO Pro Coding | MakeCode (Blöcke) |
| Bauen | 9 Modelle aus 530 Teilen | 12 Modelle aus 362 Teilen | keine Angabe |
| Strom | 6 Mignonzellen, nicht enthalten | 9-V-Block | – |
Stand der Angaben: Oktober 2026, nach Herstellerangaben. Preise nennen wir in der Tabelle bewusst nicht.
Wir haben noch ein Mindstorms-Set, oder bekommen eins angeboten
Erst mal die gute Nachricht: Ein vorhandenes Set wird nicht über Nacht zu Elektroschrott.
Robot Inventor hat zwar keine eigene App mehr. Laut LEGO lässt sich der Hub aber „still be programmed on the SPIKE app“. Für die SPIKE-App selbst hat LEGO Education im SPIKE-Update Unterstützung bis zum 30. Juni 2031 zugesagt. Ob das ausdrücklich auch für Robot-Inventor-Hubs gilt, sagt keine Quelle, die wir gefunden haben. Wir würden also nicht darauf bauen.
EV3 lässt sich mit EV3 Lab weiter programmieren, die Software bietet LEGO Education noch zum Download an. Updates und Fehlerbehebungen gibt es aber nicht mehr, siehe oben. Wer bastelfreudig ist, kann sich Pybricks ansehen, eine Firmware aus der Community. Das Projekt schreibt von sich: „Pybricks runs on LEGO® BOOST, City, Technic, MINDSTORMS®, and SPIKE®.“ Das ist ein Drittanbieter, nicht LEGO. Für Eltern ohne Lust auf Firmware ist das eher nichts.
Ersatzteile sind die eigentliche Schwachstelle. Belegt ist, dass Robot Inventor samt den Einzelteilen 88016 und 88018 das LEGO-Sortiment verlassen hat. Fehlt ein Motor oder ist der Akku hinüber, hilft dann eben nur der Gebrauchtmarkt.
Unsere Einschätzung dazu ist schlicht. Wer schon ein Set hat: unbedingt weiter nutzen, das Material ist ja nicht schlechter geworden. Wer neu einsteigt, sollte nicht gezielt ein gebrauchtes Mindstorms suchen. Ein System ohne Support und ohne Nachschub ist für ein Kind, das gerade erst anfängt, ein wackeliger Start.
Wird euch trotzdem eins angeboten, dann schaut genau hin:
- Hub und Akku: Lässt sich der Hub einschalten, hält der Akku? Ohne funktionierenden Hub ist das Set nur noch Baumaterial.
- Motoren und Sensoren: Sind alle dabei, die zum Set gehören, und reagieren sie?
- Software: Läuft die passende App auf eurem Gerät? Bei EV3 vorher ausprobieren, bevor das Set den Besitzer wechselt.
Wo wir abraten würden
Ein unvollständiges Set kaufen, weil der Name stimmt. Ein Mindstorms ohne Hub oder ohne Motoren lässt sich nicht mehr bei LEGO ergänzen. Der Name allein programmiert nichts.
Ein Schulsystem für ein einzelnes Kind. Informatik & KI ist für den Unterricht gebaut. Warum das zu Hause meist nicht aufgeht, steht im SPIKE-Artikel.
Robotik kaufen, wo das Kind eigentlich bauen will. Manche Zehnjährige wollen vor allem konstruieren, und das Programmieren wird nur mitgekauft. Dann ist ein Technikbaukasten ohne Elektronik doch das ehrlichere Geschenk.
Auf den LEGO-Nachfolger warten. Ob LEGO wieder ein programmierbares Heimset bringt, weiß außerhalb des Unternehmens niemand. Ein Kind, das jetzt zehn ist, wartet nicht gern drei Jahre.
Häufige Fragen zu Mindstorms und seinen Nachfolgern
Gibt es einen Nachfolger für LEGO Mindstorms? Für zu Hause haben wir keinen gefunden. LEGO führt EV3 und Robot Inventor als eingestellt, und das neue SMART Play kommt bewusst ohne Bildschirm aus. An Schulen verkauft LEGO Education die Reihe Informatik & KI. Familien, die bauen und programmieren wollen, landen bei anderen Herstellern.
Funktioniert ein gebrauchtes Mindstorms-Set noch? Meistens ja, mit Einschränkungen. Robot Inventor hat keine eigene App mehr, laut LEGO lässt sich der Hub aber in der SPIKE-App programmieren. Die EV3-Software stellt LEGO Education nur noch ohne Updates, Fehlerbehebungen und Support bereit.
Worauf sollte ich bei einem gebrauchten Mindstorms-Set achten? Vor allem auf Vollständigkeit. Hub, Akku, Motoren und Sensoren sollten dabei sein und funktionieren, denn Nachschub von LEGO gibt es nicht: Robot Inventor und die zugehörigen Einzelteile 88016 und 88018 hat LEGO aus dem Sortiment genommen.
Welche Alternative kommt Mindstorms am nächsten? Ein Robotik-Baukasten mit Controller, Motoren und Sensoren, aus dem das Kind eigene Modelle baut. Das ist zum Beispiel fischertechnik Smart Robots Max, freigegeben ab 10 Jahren. Für Jüngere gibt es Smart Robots Pro ab 8.
Was hier anschließt
- LEGO SPIKE ist ausgelaufen – Fristen, der Schulnachfolger Informatik & KI und Alternativen ab 6
- mBot und Makeblock – die Roboter mit Blöcken und Python im Überblick
- Calliope mini und micro:bit – die Platinen, mit denen viele Kinder in der Schule anfangen
- Roboter-Spielzeug nach Alter – für jüngere Geschwister, die schon mitbauen wollen
Was wir empfehlen würden
Mindstorms ist vorbei, und einen programmierbaren Nachfolger fürs Kinderzimmer haben wir bei LEGO nicht gefunden. Wer schon ein Set hat, nutzt es weiter. Wer neu anfängt, kauft kein gebrauchtes System ohne Support.
Am nächsten an Mindstorms ist heute ein Robotik-Baukasten: fischertechnik Smart Robots Max ab 10, Smart Robots Pro ab 8. Und wer lieber programmiert als baut, fährt mit KOSMOS Proxi ab 10 gut.
Quellen
- LEGO, MINDSTORMS EV3 troubleshooting help — EV3 eingestellt, Heimversion der Software nicht mehr verfügbar
- LEGO Education, MINDSTORMS EV3 Lab Software — ohne Updates und Support
- LEGO, About MINDSTORMS Robot Inventor — 2023 ausgelaufen, Hub in der SPIKE-App programmierbar
- Brickset, LEGO Mindstorms to be discontinued, 26.10.2022 — Zitat von LEGO zum Ende von Robot Inventor
- LEGO Education, SPIKE Prime FAQ und SPIKE-Update 2026
- LEGO, SMART Play
- Pybricks, Projektseite
- fischertechnik, Smart Robots Pro 569021 und Smart Robots Max 564111
- KOSMOS, Proxi
- Eastern Connecticut State University, TIMPANI Toy Study
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Spielen
Alle Angaben abgerufen am 6. Oktober 2026.