· Aktualisiert: 27. Okt. 2026 · PKS Redaktion · Lernspiele & MINT · 10 Min. Lesezeit
Scratch programmieren lernen: Hardware, Bücher & Einstieg für Kinder 2026
Scratch ist kostenlos – aber welche Hardware und Bücher helfen deinem Kind wirklich? Leitfaden für Eltern mit Top-Produkten ab 8 Jahren.
Kurz gesagt
Scratch läuft kostenlos im Browser, für den Einstieg reicht ein Laptop oder Tablet mit Bildschirm ab etwa zehn Zoll, und ab sieben Jahren klappt es, wenn das Kind lesen kann und Unterstützung hat. Als Anleitung taugen die Bücher „Coole Spiele mit Scratch 3“ (ab acht) und „Let’s code Scratch!“ (ab zehn); Makey Makey (ab acht) und mBot2 (ab zehn) machen Code greifbar, sind aber kein Muss.

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Scratch selbst kostet nichts, das vorweg. Kostenlos heißt aber nicht, dass ein Kind ganz ohne Unterstützung programmieren lernt. Für den Einstieg braucht es ein stabiles Gerät, eine passende Anleitung und dann vor allem eines: viel Ausprobieren.
Welche Hardware und welche Bücher dabei wirklich helfen und welche eher nicht, steht hier.
Let's code Scratch! (Hauke Fehr) · ab 10 Jahren

- Einstieg ohne Vorkenntnisse, durchgehend farbig, rund 380 Seiten (1. Auflage 2020)
- Befehle, Variablen und Bedingungen Schritt für Schritt an Projekten
- Projekte von hüpfenden Bällen bis zum Jump-and-Run, Skripte zum Download
19,90 €Preis von Amazon, Stand 01.11.2026
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Makeblock mBot2 · ab 10 Jahren

- CyberPi-Steuerplatine ermöglicht echte Python-Programmierung
- mBlock ist eine auf Scratch basierende grafische Programmierumgebung
- Aktuelles Flaggschiff; die Einrichtung kostet laut Praxisberichten Geduld
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Makey Makey Classic · ab 8 Jahren

- Macht Bananen, Knete oder Alufolie zu Tasten für den Computer
- Kombiniert mit Scratch: „Wenn Banane berührt, spiele Klang ab"
- Macht Programmierung im wörtlichen Sinn zum Anfassen
Kein konkretes Modell hinterlegt — der Link führt zur Amazon-Suche.
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Coole Spiele mit Scratch 3 (Al Sweigart, dpunkt.verlag) · ab 8 Jahren

- Spieleprojekte wie Maze Runner, Brick-Breaker, Asteroids-Klon und Jump & Run
- Alle Projekte einfach genug für Anfänger
- Von der Skizze zum fertigen Spiel, Schritt für Schritt erklärt
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Was Scratch für Kinder leistet
Scratch ist die Programmiersprache für den Einstieg. Statt Code zu tippen, ziehen Kinder farbige Blöcke mit der Maus zusammen, ähnlich einem digitalen Legosystem. Dadurch bauen Siebenjährige ihre erste Animation, während Zwölfjährige damit schon komplexe Spiele entwickeln.
Verfügbar ist Scratch kostenlos unter scratch.mit.edu. Im Browser braucht es keinen Download und keine Lizenz. Wer ohne Internet arbeiten will, lädt die Scratch-App, auch die gibt es gratis, für Windows, macOS, ChromeOS und Android-Tablets.
Wozu dann noch Hardware und Bücher? Weil Scratch am Bildschirm zwar funktioniert, aber mit einem physischen Roboter oder einem guten Lernbuch spürbar mehr Spaß macht. Kinder lernen schneller, wenn sie sehen, dass ihre Befehle auch außerhalb des Bildschirms etwas bewegen.
Programmieren mit Scratch: welcher Schritt in welchem Alter
Die Scratch Foundation hat Scratch laut ihrer Elternseite für junge Menschen von 8 bis 16 Jahren konzipiert. Für Jüngere gibt es ScratchJr, eine vereinfachte Version für Fünf- bis Siebenjährige. Daraus ergibt sich ein Lernpfad in vier Stufen.
Die Grenzen sind weich.
5 bis 7 Jahre: ScratchJr oder erst mal ohne Bildschirm. Im großen Scratch tragen alle Blöcke Text. Wer noch nicht sicher liest, stößt deshalb schnell an Grenzen, und genau für dieses Alter ist ScratchJr gedacht. Wer lieber Bausteine zum Anfassen will, findet bei den Coding-Geschenken nach Alter Sets für diese Stufe. Mit sieben kann der Wechsel zu Scratch klappen, wenn das Kind liest und jemand danebensitzt.
8 bis 10 Jahre: Scratch im Browser, Schritt für Schritt. Jetzt passt das eigentliche Scratch. Den Anfang machen das Erste-Schritte-Tutorial und die Scratch-Karten, beide auf der Ideen-Seite von Scratch verlinkt. Wer lieber ein Buch aufschlägt, nimmt „Coole Spiele mit Scratch 3“ (ab 8). Makey Makey (ab 8) bringt Bananen und Knete dazu. Programmiert wird weiter in Scratch.
10 bis 12 Jahre: Variablen, Bedingungen, eigene Spiele. Ab hier lohnt „Let’s code Scratch!“, weil es Variablen und Bedingungen der Reihe nach aufbaut. Soll der Code etwas Echtes bewegen, kommt der mBot2 (ab 10) infrage, der über mBlock auf Scratch aufsetzt. Oder eine Platine wie der micro:bit, für den die Ideen-Seite eigene Karten anbietet. Mehr dazu steht im Ratgeber zu Calliope mini und micro:bit.
Ab 12: über die Blöcke hinaus. Viele Kinder bauen jetzt größere Projekte allein. Irgendwann reichen die Blöcke nicht mehr, dann wird Python interessant, und der Raspberry-Pi-Ratgeber zeigt, womit sich das zu Hause machen lässt. Wir würden den Wechsel aber nicht erzwingen. Solange ein Kind in Scratch noch Neues baut, ist es dort gut aufgehoben.
Das Alter ist nur ein grober Anhaltspunkt. Wir halten es für wichtiger, ob ein Kind schon lesen mag und ob es dranbleibt, wenn etwas nicht gleich klappt. Eine Neunjährige, die zum ersten Mal programmiert, fängt eben trotzdem vorne an.
Erste Projekte, die in einen Nachmittag passen
Ob Scratch bleibt oder nach einer Woche vergessen ist, entscheidet sich oft am ersten Projekt. Wir würden mit etwas anfangen, das sofort reagiert. Groß muss es nicht sein. Fünf Ideen, grob nach Schwierigkeit:
- Eine Figur per Pfeiltaste steuern. Ein Block „Wenn Taste gedrückt“ und ein Bewegungsblock reichen. Nebenbei versteht das Kind, was ein Ereignis ist.
- Eine Geschichte mit Sprechblasen. Zwei Figuren unterhalten sich, nacheinander und mit Pausen. Eigene Geräusche lassen sich in Scratch direkt aufnehmen.
- Ein Fangspiel mit Punktezähler. Etwas fällt von oben, eine Figur fängt es. Der Zähler ist die erste Variable, und plötzlich ergibt der Begriff Sinn.
- Ein Bananenklavier mit Makey Makey. Jede Frucht spielt einen Ton. Auch dafür hat die Ideen-Seite eigene Karten.
- Muster mit dem Malstift. Malstift-Blöcke in einer Schleife zeichnen Spiralen und Sterne. Spätestens hier versteht man, wozu Schleifen gut sind.
Und wenn gar keine Idee kommt? Dann lohnt ein Blick in die Projekte anderer. Viele lassen sich als Remix weiterbauen, und das ist kein Abschreiben, sondern bei Scratch ja ausdrücklich so gedacht.
Worauf es beim Kauf ankommt
Beim ersten Gerät zählt weniger die Leistung als die Zuverlässigkeit. Ein Laptop oder Tablet reicht völlig, wichtiger ist ein Bildschirm ab etwa zehn Zoll, damit sich die Blöcke gut sehen und verschieben lassen.
Wer später physische Projekte plant, LEDs ansteuern oder ein kleines Auto fahren lassen, spart sich mit mBot2 oder Makey Makey den Umweg über eine neue Programmierumgebung. Beide funktionieren direkt mit Scratch.
Nicht jedes Kind mag Lernvideos. Ein gutes Buch bringt Struktur in den Einstieg, Konzept für Konzept, mit Illustrationen und Übungen, und „Let’s code Scratch!“ von Hauke Fehr ist dafür eine naheliegende erste Wahl.
Am Ende zählt aber vor allem eines: Scratch lernt man durchs Machen. Das beste Buch nützt wenig, wenn danach nicht sofort ein eigenes Projekt beginnt, sondern nur das nächste Kapitel gelesen wird.
Ein eigener Computer muss für Scratch nicht sein. Den Raspberry Pi 400, einen Mini-Computer in einer Tastatur, haben wir hier bisher empfohlen; er ist seit Mitte September bei Amazon nicht mehr lieferbar. Wer später über die Blöcke hinauswill, findet die aktuellen Modelle im Raspberry-Pi-Ratgeber.
Die Produkte im Einzelnen
„Let’s code Scratch!“ (Hauke Fehr, Vierfarben) (ab etwa 10 Jahren)
Das Buch aus dem Rheinwerk-Imprint Vierfarben richtet sich laut Verlag an Kinder und Jugendliche ohne Programmiervorkenntnisse. Es führt durch Befehle, Variablen und Bedingungen, jeweils an Projekten von hüpfenden Bällen über ein Labyrinth bis zum Jump-and-Run. Die Skripte gibt es zum Download. Unser Link führt zur 1. Auflage von 2020 mit rund 380 Seiten, inzwischen gibt es eine überarbeitete 2. Auflage. Eine Altersangabe nennt der Verlag nicht, Händler und Bibliotheken schwanken zwischen 8 und 12 Jahren. Wir ordnen es ab etwa 10 ein.
Zum Buch.
Makeblock mBot2 (ab 10 Jahren)
Ein Roboter, der über mBlock, eine Scratch-Ableitung, programmiert wird: LEDs, Ultraschallsensor, Motoren. Geschriebener Code zeigt sich sofort in der Bewegung des Roboters, das verbindet das abstrakte Klicken der Blöcke mit einer echten physischen Reaktion. Der Aufbau dauert etwa fünf Minuten, Werkzeug braucht es keines.
Der mBot2 ist mit Abstand das aufwendigste Produkt dieser Liste, dafür bietet er als einziges echte Motoren und Sensoren.
Makey Makey Classic (ab 8 Jahren)
Bananen, Knete oder Alufolie werden über das Makey Makey zur Computertastatur, und in Scratch lässt sich dann programmieren: „Wenn jemand die Banane berührt, spiele einen Ton ab.” Nach Spielerei klingt das, ist aber ernst gemeint, denn genau so wird Programmierung zum Anfassen.
Das Kit eignet sich besonders für Kinder, die verstehen wollen, wie alles zusammenhängt.
„Coole Spiele mit Scratch 3“ (Al Sweigart, dpunkt.verlag) (ab 8 Jahren)
Das Buch baut jedes Kapitel um ein Spiel. Laut Verlag gehören dazu ein Labyrinth mit acht Levels, ein Brick-Breaker, ein Asteroids-Klon und ein Jump & Run, jeweils von der Skizze bis zum fertigen Spiel Schritt für Schritt angeleitet. Der Verlag richtet es an Kinder im Grundschulalter mit Begleitung der Eltern, wir ordnen es ab 8 ein. Gedacht ist es für Kinder, die lieber an einem Spiel entlang lernen als an einer Themenliste.
Zum Praxisbuch.
Vergleichsübersicht
| Produkt | Alter | Besonderheit |
|---|---|---|
| Let’s code Scratch! | 10+ | Einstieg ohne Vorkenntnisse, rund 380 Seiten |
| mBot2 | 10+ | Roboter mit physischen Motoren, Scratch-kompatibel |
| Makey Makey Classic | 8+ | Bastler-Einstieg, sensorische Erfahrung |
| Coole Spiele mit Scratch 3 | 8+ | Ein Spiel pro Kapitel, 198 Seiten |
Wann Hardware und Bücher noch warten können
Nicht jedes Kind braucht beim Einstieg mehr als den kostenlosen Browser-Editor. Wer noch gar nicht weiß, ob das Interesse trägt, sollte zuerst ein paar Wochen rein im Browser ausprobieren, bevor ein Buch oder ein Roboter dazukommt. Ein Kind, das nach der ersten eigenen Animation schon die Lust verliert, profitiert von zusätzlichem Material nicht mehr, nur weil mehr davon im Zimmer steht.
Auch bei Robotern lohnt Zurückhaltung, wenn Programmieren am Bildschirm für sich genommen schon trägt. Der mBot2 macht abstrakten Code sichtbar, ist aber kein Muss – viele Kinder bleiben jahrelang glücklich bei reinen Bildschirmprojekten, ohne dass ihnen etwas fehlt.
Wenn ihr tiefer einsteigen wollt
- Calliope mini und micro:bit – die erste Hardware, die sich mit Blöcken ansteuern lässt
- mBot Makeblock im Vergleich – Roboter, die über mBlock auf Scratch aufsetzen
- Programmieren ohne Bildschirm – für Kinder, denen der Monitor noch zu abstrakt ist
- Programmieren lernen für Kinder – der Überblick über alle Einstiegswege
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich Hardware für Scratch? Nein. Scratch im Browser (scratch.mit.edu) funktioniert auf den meisten Geräten mit Internet. Hardware ist optional – aber es macht deutlich mehr Spaß, wenn dein Kind sieht, dass Code im echten Leben Dinge bewegt.
Welches Alter ist das beste zum Einstieg? Ab 7 Jahren funktioniert es, wenn dein Kind lesen kann und deine Unterstützung hat. Ab 9–10 Jahren können viele Kinder völlig selbstständig lernen. Mit 12+ können sie komplexe Projekte allein bauen.
Welches Buch ist das beste? Für strukturiertes Lernen eignet sich „Let’s code Scratch!“ von Hauke Fehr (Vierfarben), das ohne Vorkenntnisse Schritt für Schritt durch Projekte führt. „Coole Spiele mit Scratch 3“ von Al Sweigart (dpunkt.verlag) passt besser zu Kindern, die an einem Spiel entlang lernen wollen.
Muss ich selbst programmieren können? Nein. Du brauchst keine Ahnung von Code, um dein Kind zu unterstützen. Deine Rolle ist: Gerät bereitstellen, neugierig zuschauen, Fragen stellen (“Was macht dieser Block?”), loben.
Können mehrere Kinder zusammen Scratch lernen? Ja, sehr gerne. Pair-Programming ist sogar die beste Methode – ein Kind schreibt Blöcke, das andere erklärt, was sie tun. Das verdoppelt das Verständnis.
Kann man Scratch auch offline nutzen? Ja. Die Scratch-App gibt es kostenlos für Windows, macOS, ChromeOS und Android-Tablets, damit entstehen Projekte ohne Internetverbindung. Für Linux gibt es sie derzeit nicht. Nötig ist sie ohnehin nicht, im Browser läuft Scratch ohne Download.
Wie ihr am besten startet
Scratch selbst kostet nichts, ein guter Einstieg braucht trotzdem etwas Planung. Ein stabiles Gerät, ein gutes deutschsprachiges Buch und später vielleicht ein Roboter oder Bastelkit beschleunigen das Lernen spürbar. Am einfachsten fängt man mit dem kostenlosen Browser-Editor auf scratch.mit.edu an, legt eines der beiden Handbücher dazu und lässt das Kind in den folgenden Monaten seine eigenen Spiele bauen.
Die wertvollste Investition ist dabei nicht die umfangreichste Hardware, sondern die Zeit, die gemeinsam mit dem Ausprobieren verbracht wird.
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